Traumfänger-Amulett aus Draht und Perlen

In Sachen Schmuck hatte ich in letzter Zeit eine kleine kreative Krise. Irgendwie fiel mir nichts anderes ein, als die hundertste Kette im selben Stil zu machen oder die nächsten simplen Ohrhänger. Darauf hatte ich allerdings wenig Lust. Also habe ich gestrickt und gehäkelt wie eine Weltmeisterin und nur ab und an in den Perlentöpfchen gerührt – aber die Inspiration wollte sich einfach nicht einstellen. Die küsste mich erst vor ein paar Tagen beim Stöbern auf Pinterest. Dort fand ich diesen Traumfänger, einen Lebensbaum in einem Kreis, gefertigt aus Draht und Perlen. Ich fand ihn zauberhaft, und hatte sofort eine Vision, dieses Muster als Amulett, also als Kettenanhänger, umzusetzen.

Ein alter Armreif war perfekt für mein Projekt: schmucklos, stabil, goldfarben. Ich schnitt Basteldraht (nicht Schmuckdraht, sondern den Basteldraht, der in der Form bleibt, in den man ihn biegt, also nicht flexibel ist) in etwa 40 Zentimeter lange Stücke (war viel zu lang, aber lieber schneide ich hinterher etwas ab, als im letzten Schritt zu merken, dass das Material nicht reicht).

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Ich legte den Draht doppelt und wickelte jedes Stück in sechs Schlingen um den Armreif, so dass am Ende je vier etwa gleich lange Drahtfinger überstanden. Das habe ich so lange wiederholt, bis insgesamt 24 Drahtenden aus dem Reifen wachsen.

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Anschließend werden immer drei Stränge miteinander verflochten, und zwar etwa ein bis zwei Zentimeter hoch, bevor innerhalb des Reifens alle Drahtzöpfe zusammen genommen und mit einem Drahtende umwickelt werden. In unregelmäßigen Abständen zwei bis vier Drähte abzweigen und zu einem Ast zwirbeln, davon ausgehend kann man sie auch noch mal teilen und wieder zwirbeln, um Zweige zu gestalten. Das so lange machen, bis alle Drähte bis zum Reifen gezwirbelt sind.

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Jetzt beginnt die Fleißarbeit: Unten anfangen und auf einzelnen Draht kleine Perlen nach Gusto aufziehen und den Draht anschließend ein paar Windungen weit um den Reifen wickeln. Die nächsten Perlen aufziehen. Das mit allen Drähten wiederholen (man kann auch gut zwei, drei, vier Drähte zusammenfassen), und die Enden gut festdrücken, damit sie am Ende nicht die Kleidung aufreißen.

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Anschließend einen Spaltring – oder wie in meinem Fall zwei ineinander verschlungene – oben in den Reif einhängen, passendes Wachsband, Leder oder eine goldene Gliederkette einfädeln, auf Länge bringen, verknoten, fertig!

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Ich bin total verliebt in meinen Traumzauberbaum. Und obwohl ich eigentlich keinen Hang zur Esoterik habe, gefällt mir der Gedanke, nicht nur ein hübsches, neues Schmuckstück zu haben, sondern auch eines, in dem sich böse Träume und Gedanken verfangen und mich so nicht erreichen.

Aber natürlich kann man den Traumfänger auch einfach an einer Nylonschnur ins Fenster hängen, so dass er nicht nur die Albträume, sondern auch das Licht einfängt und in bunten Prismen ins Zimmer streut. Sicher auch zauberschön: Mehrere Traumfänger basteln und daraus ein Mobile bauen. Über der Wiege oder auf dem Balkon funkelt es großartig.

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