Süßes Eulenkissen selber machen

Ich liebe Eulen. Vor Jahren hat mir mal ein Wilfremder eine kleine Steineule geschenkt. Aus Dankbarkeit. Weil ich einfach nur meinen Job gemacht habe. Das hat mich so gerührt, dass ich sie heute noch habe. Sie heißt Hedwig und kann dank ihres beweglichen Kopfes ebenso leicht lieblich aussehen wie leidend oder zickig. Alles schon ausprobiert:
  

Seither will ich irgendwas mit Eulen selbst machen. Ich habe eine (noch zu unausgereifte Idee) für einen Kettenanhänger im Kopf, wollte ein Eulen-Amigurumi ausprobieren. Doch nun bin ich vor ein paar Tagen auf Pinterest über eine ganze Parade von Eulenkissen gestolpert und war sofort hin und weg.

Die Anleitung ist auf Englisch, nicht sehr schwer, aber ich hatte trotzdem keine Lust, mich durchzuarbeiten. Außerdem dachte ich mir, dass das so schwer nicht sein kann. Also habe ich selbst auf Zuschnittpapier die Teile für mein Eulenkissen entworfen:

  1. Den Körper
  2. zwei Flügel
  3. eine Nase
  4. drei verschieden große Kreise für die Augen

  
Den Zuschnitt auf den ausgewählten Stoff übertragen, ausschneiden (Nahtzugabe bei den Flügeln und dem Vorder- und Rückteil des Körpers nicht vergessen!) und anordnen, um zu schauen, ob die Größenverhältnisse passabel aussehen.
  
Jetzt geht es an die Nähmaschine. Ich habe zuerst die drei Kreise für die Augen mit einem (in meinem Fall brutal verhunzten) Zickzack-Stich aufeinander genäht. Aufpassen, wo ihr den kleinsten Kreis, der später die Iris ist, annäht. Leicht passiert es hier und eure Eule schielt. Anschließend habe ich die Nase, die Augen und die Flügel auf die rechte Seite des Vorderteils des Eulenkörpers geheftet und alles mit einem Zickzack-Stich aufgenäht. Nun müsst ihr nur noch Vorder- und Rückenteil des Körpers rechts auf rechts zusammenheften und mit einem stinknormalen, engen Stich festnähen. Achtung: Wendeöffnung lassen, die groß genung ist, dass ihr mit der ganzen Hand hinein kommt. Das ist im nächsten Schritt wichtig.

  
Durch die Wendeöffnung die Eule umdrehen, so dass die rechten Stoffseiten und damit auch das Eulengesicht zu sehen sind. Jetzt müsst ihr die Eule stopfen. Ich habe dazu einfach Füllwatte genommen, aber um die richtig zu verteilen, müsst ihr mit der Hand durch die Wendeöffnung passen, um die Watte im Eulenkörper an die richtigen Stellen zu schieben – in die Ohren zum Beispiel. Ist die Eule so dick und weich, wie ihr sie haben wollt, müsst ihr nun nur noch die Wendeöffnung schließen. Per Hand. Ich habe dafür hier endlich eine Anleitung für eine unsichtbare Naht gefunden, die ich verstehe. Geht prima! Noch ein bisschen zurecht klopfen und fertig ist euer Eulenkissen.

  
Im besten Fall seid ihr jetzt richtig zufrieden. Wenn es euch aber wie mir geht und ihr eine schielende, schiefe Eule mit verschieden großen Flügeln und zahlreichen Beulen in der Hand haltet, hilft euch vielleicht meine Fehlerliste:

  • Freihhändig sollte man Schnittmuster nur entwerfen, wenn man wirklich ein Auge dafür hat und präzise arbeiten kann. Meine Vorlagen waren nicht ganz gerade und vor allem der Körper war nicht seitensymmetrisch, heißt: Die rechte Körperhälfte spiegelte nicht exakt die linke. An sich ist das kein Problem. Wenn ihr aber für Vorder- und Rückteil des Körpers die gleiche Vorlage benutzt, muss sie absolut symmetisch sein, sonst passen die beiden Teile am Ende nicht richtig aufeinander. Das ist mir passiert. Dadurch habe ich die Flügel unterschiedlich stark an den Seitennähten des Körpers eingenäht und sie wirken nun verschieden groß.
  • Kreise und freie Formen mit der Nähmaschine zu nähen, sollte man vorher ein bisschen üben – vor allem mit dem Zickzackstich, sonst gibt das ein dilettantisches Chaos wie bei mir (vor allem bei den Augen).
  • Die Nahtzugabe um den Körper sollte man vor dem Wenden alle paar Zentimeter mit der Schere einschneiden. Andernfalls wirft sie nach dem Wenden im Innern der Eule Falten und schafft so häßliche Buckel und Beulen an der Naht.
  • Stopfen sollte man die Eule besser mit Flocken wie sie in Kopfkissen verarbeitet werden oder vielleicht sogar am besten mit Granulat, Kirschkernen oder sowas. Die Bastelwatte muss man zerreißen und in kleinen Portionen in den Eulenkörper pressen, weil sie im Ganzen kaum durch die Wendeöffnung passt. Doch sie verbindet sich im Inneren nicht wieder, sondern bildet einzelne Blöcke und Klumpen. Und sie  passt sich der Form kleiner Teile wie der Ohren nicht so gut an.

Wenn ihr diese Fehler vermeiden könnt, steht einem niedlichen Eulenkissen nichts im Weg. Meines ist übrigens etwa 30 Zentimeter hoch und an der breitesten Stelle 25 Zentimeter breit. Wenn man es mit Sand füllen würde (und aus robusterem Stoff genäht hätte), gäbe es also auch einen passablen Türstopper ab. Aber auch als erwärmbares Kirschkernkissen wäre es sicher eine schöne Überraschung. Viel Spaß beim Ausprobieren!

2 Kommentare zu “Süßes Eulenkissen selber machen

  1. Gseht doch trootz kleinen Fehler,sehr niedlich aus und du hast es geschafft,dass ist doch die
    Hauptsache!!aus fehlern lernt man immer wieder!!!
    Liebe Grüsse Elisabeth👍😃

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s