Handytasche mit Zopfmuster – ganz leicht selbstgestrickt

Meine Lieben,

bei mir ist gerade so ein bisschen der Wurm drin. Ich habe hier eine Millionen Ufos liegen, kann mich aber nicht aufraffen, sie fertig zu machen, weil es fast alles größere (oder unfassbar öde) Arbeiten sind: der Pullover, dem noch ein halbes Vorderteil (Ich kann mich nicht für eine Ausschnittart entscheiden!) und die Ärmel fehlen, der eine Strumpf in Schuhgröße 42, dessen Gegenstück schon seit Wochen fertig ist, der mich mit seinem endlosen Rechts-Links-Schaft aber gerade nervt, das Täschchen, bei dem ich nicht weiß, wie ich den Reißverschluss einnähen soll,…

Ich hatte wirklich Lust, zu stricken, zu häkeln, zu nähen oder zu basteln – zumal viele Blogs und Pinterest mich mit Inspirationen nur so belagerten, aber ich konnte mich einfach nicht aufraffen. Ich wollte ein hübsches Projekt, eines, das ich noch nie gemacht hatte und das ein bisschen anspruchsvoller ist, als einen Schal zu stricken. Gleichzeitig müssen die Dinge, die ich produziere, immer auch einen Nutzen haben. Deshalb wandern die meisten Strick- und Häkelbücher auch ungekauft wieder ins Regal der Buchhandlung zurück: Häufig sind da massenhaft Projekte abgebildet, die entweder hässlich oder völlig nutzlos für mich sind (für mich der Inbegriff dieser Definition: Gestrickte Mugwarmer. Ich verstehe das einfach nicht. Wenn ich Kaffee aus der Tasse trinke, bin ich daheim, trinke schnell, was soll ich da mit einem Tassenwärmer? Wenn ich den Kaffee mitnehme, nützt mir eine Tasse nichts, weil alles überschwappt. Da nehme ich einen Thermosbecher – was soll ich da mit einem Tassenwärmer?).

Um die Sache abzukürzen: Ich war in den letzten Tagen so richtig kreativ-zickig. Kein Projekt konnte es mir recht machen. Aber nichts tun, war auch doof. Letztlich habe ich mich durchgerungen, neue Handytaschen zu machen. Das versprach schnelle Ergebnisse und gebrauchen kann man sowas immer – und wenn man es verschenkt. Gewöhnlich häkle ich sowas – am liebsten im Muschelmuster. Aber diesmal hatte ich Lust, Zöpfe zu stricken.

Variante Nummer eins entstand aus einem knallroten Perlgarn mit einem zentralen Zopf und kraus rechts gestrickten Maschen an den Seiten. Dazu habe ich eine Klappe im Rippenmuster gestrickt. Das machte ich immer. Gewöhnlich bringe ich eine Schlaufe und einen Knopf an, um die Tasche zu verschließen. Bei diesem Modell habe ich darauf verzichtet und stattdessen die Klappe so lang und schmal gemacht, dass man sie in die Tasche stecken kann. So ist sie eine zusätzliche Polsterung und damit ein besserer Displayschutz.

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Variante Nummer zwei ist wieder klassisch mit einem Knopf zu verschließen, besteht aus grellorangefarbener Baumwolle und ist mit zwei Zöpfen mein persönlicher Liebling (dabei hasse ich Orange, aber ich liebe Baumwolle und Zöpfe). Die Klappe habe ich einfach mit Stäbchen angehäkelt, Luftmaschenkette als Schlaufe, fertig.

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Beide Taschen sind süß, allerdings würde ich die nächste dann doch wieder häkeln. Ich stricke zwar ziemlich fest, aber Strickgewebe ist eben doch flexibler als Häkelstücke. Das heißt, die Taschen dehnen sich stark aus und geben dem Handy deshalb nicht so viel Halt, wie ich mir das gewünscht hätte. Aber für den Moment wird es gehen. Die orangefarbene Tasche habe ich in Benutzung und sie hat zwei große Vorteile: 1. Im Auto ist das Handy wieder halterungstauglich, weil es schnell aus der Tasche zu nehmen ist. Mit meiner festen Klickschale samt Klappe ging das nicht und mit dem Teil passte das Handy in keine Halterung mehr. Und 2.: Läutet das Handy, geht bei mir das Display an. Dessen Licht lässt die orangefarbene Wolle leuchten wie einen Textmarker. Seither finde ich mein Handy auch in Riesenhandtaschen sofort! 😉

Wie habt ihr das Handyproblem denn gelöst? Transportiert ihr es ganz ohne Hülle, mit einer einfachen gekauften, einer selbstgemachten? Ich bin neugierig auf eure Ideen und Inspirationen.

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