DiY-Anleitung: Schmuck selber machen

Ihr Lieben,

am Samstag steht für mich eine wichtige Veranstaltung an. Verbandsjubiläum, ich führe durch den Tag. Viele Fotos. Und auf allen will ich natürlich gut aussehen. Das Outfit habe ich deshalb gestern schon mal zusammen gestellt – und wie immer dabei bemerkt, dass unter meinen über 50 Ketten und mehr als 70 Paar Ohringen nicht ein Set ist, das dazu passt. Also habe ich gestern Abend wie eine Wilde Schmuck gemacht und dabei für euch gleich noch eine kleine DiY-Anleitung fotografiert.

Was ihr braucht: Schmuckdraht (38 oder 45 mm), einen Verschlusskarabiner für Ketten und Biegeringe, Quetschkalotten, Quetschperlen, Ohringrohlinge (ich hab Stecker genommen, Hänger tun es aber auch), Nietstifte und Perlen nach Wahl. Dazu eine Zange zum Quetschen, eine zum Biegen und eine zum Schneiden (handlicher als richtige Schmuckzange, ich verwende trotzdem einen Seitenschneider, den ich Papa aus der Werkzeugkiste geklaut habe). Verwirrend, diese ganzen komischen Namen? Damit ihr erkennen könnt, was was ist, habe ich die einzelnen Bestandteile mit der Google-Bildersuche verlinkt. So bekommt ihr ein Bild von den Dingen.

Zuerst messt ihr den Schmuckdraht ab. Wenn ich von einer üblichen Spule wie dieser hier zwei Umdrehungen abwickle, passt das ziemlich genug für meinen Hals und die Kettenlänge, die ich bevorzuge. Das müsst ihr aber ausprobieren:

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Anschließend fädelt ihr erst eine Quetschkalotte, dann eine Quetschperle über ein Ende des Drahts.

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Dort, wo ihr das Ende haben wollt, presst ihr die Quetschperle mit der Quetschzange fest zusammen und schneidet den überstehenden Draht mit dem Seitenschneider oder der entsprechenden Schmuckzange einfach ab. Dann die Quetschkalotte über die platte Perle schieben und ebenfalls zusammenpressen.

Achtung, es gibt verschiedene Arten von Quetschkalotten, auch solche, die statt des Lochs zum Durchfädeln des Verschlusses eine Öse haben, die man selbst zu Ende biegen muss. Ich mag die nicht sehr gern, weil meine Erfahrung zeigt, dass sich die Öse leicht wieder aufbiegt. Der Kettenverschluss hält also nicht so gut. Deshalb empfehle ich diese Quetschkalotten:

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Ist das erledigt, fädelt ihr erst einen offenen Biegering in das Loch der Kalotte und dann den Karabiner in den Ring. Ring schließen, fertig. Ich schließe den Ring immer, indem ich die eine offene Seite mit der Biege- und die andere mit der Quetschzange anfasse und die Enden dann sachte zueinander schiebe. Braucht ein bisschen Übung, aber das habt ihr schnell drauf:

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Nun geht es ans Fädeln. In diesem Fall möchte ich eine Kette mit roten Glasschiffperlen, zwischen denen jeweils weitere Perlen hängen sollen. Dazu fädele ich die Perlen zum Hängen erstmal auf Nietstifte, anschließend die Glasschiffperlen auf den Draht.

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Bevor ich mich um die hängenden Perlen kümmere, schließe ich die Kette. Heißt also: Kettenlänge final abmessen, wieder erst eine Quetschkalotte, dann eine Quetschperle über das zweite Drahtende fädeln, Perle pressen, überstehenden Draht abschneiden, Kalotte drüberschieben, zudrücken, Biegering in das Loch, Ring schließen und schon könnt ihr den Karabiner in den Ring einhaken und eure Kette schließen. Jetzt können euch keine Perlen mehr vom Draht rutschen und ihr könnt euch in aller Ruhe um die Hängerein kümmern.

Schneidet die Nietstifte etwa einen Zentimeter über der letzten Perle ab (am Anfang lieber etwas großzügiger sein, das Ösenbiegen ist am Anfang ein bisschen tricky). Mit der Biegezange greift ihr jetzt das Ende des Nietstiftes und biegt es so eng wie möglich zu einem Kreis, den ihr aber noch nicht ganz schließt! Denn jetzt hängt ihr den Stift an der halben Öse, die ihr gerade gemacht habt, über den Draht eurer Kette und zwar zwischen zwei Perlen.

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Erst jetzt wird die Öse mit der Biegezange richtig geschlossen. Das macht ihr mit allen perlenbesetzten Nietstiften und schon ist eure Kette fertig.

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Die Ohrringe gehen viel schneller. Außerdem habt ihr ja jetzt schon Übung: Wieder Perlen auf zwei Nietstifte fädeln. Aber bevor ihr ihn abschneiden und die Öse biegen könnt, fädelt ihr den Stift jetzt noch durch das Loch in einem Ohrring-Rohling (egal ob Stecker oder Hänger, so ein Loch haben die alle). Anschließend Nietstift einen guten Zentimeter über dem Rohling abknipsen. Die Öse biegt ihr dann um den Rohling herum ganz zu, so das am Ende ein hübscher, hängender Ohrring entsteht.

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Habt ihr wie ich Stecker genommen, braucht ihr jetzt noch etwas, um den Ohrring hinterm Ohr zu verschließen. Silikon-Stopper gibt es sehr günstig online, alte Schräubchen von Ohrringen, die kaputt gegangen sind oder wo einer verloren ist, hebe ich trotzdem immer auf.

Am Ende jedenfalls habt ihr ein schickes und vor allem garantiert einzigartiges Schmuckset – und ich habe den perfekten Begleiter für dieses Pailletten-Top, das ich Samstag tragen werde:

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In diesem Sinne, viel Spaß beim Schmuck machen und lasst mich eure Kreationen doch mal sehen. Entweder hier in den Kommentaren oder per Mail an anigras83@gmail.com. Dann mache ich hier bei Gelegenheit mal eine Leser-Schmuck-Galerie. Ich freu mich drauf!

Ein Kommentar zu “DiY-Anleitung: Schmuck selber machen

  1. Pingback: Mein erster Brautschmuck | Eine Tüte Glück

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