Zöpfe mit Nadelspiel stricken

Ihr Lieben,

heute zeige ich euch ausnahmsweise mal kein fertiges Projekt – auch wenn ich mich sehr bremsen muss, um meiner Ungeduld nicht nachzugeben und die Socken, die ich gerade auf der Nadel habe, einfach zu Kindersocken zu machen, um schneller fertig zu werden. Aber ich will eine (für mich) Welt verändernde Erkenntnis mit all den anderen Strickneulingen unter euch teilen: Wie man Zöpfe mit einem Nadelspiel strickt. Es ist so unfassbar einfach, dass ich seit drei Tagen immer mal wieder meinen Kopf gegen die Wand schlage, weil ich nicht glauben kann, dass ich monatelang auf dem Schlauch stand und es nicht kapiert habe.

Ich bin ja schon eine ganze Weile im Zöpferausch. Normalerweise stricke ich sie aber mit zwei normalen Stricknadeln, weil die Anleitungen, die ich kenne, immer eine Hin- und eine Rückreihe vorsehen, die jeweils unterschiedlich gestrickt werden. (sensationell gut zu verstehende Anleitungen für verschiedene Zöpfe findet ihr übrigen hier).

Nun wollte ich aber gerne Socken mit Zopfmuster (zumindest im Schaft) stricken und kapierte einfach nicht, wie das geht, denn mit dem Nadelspiel hat man ja streng genommen keine Hin- und Rückreihen, sondern nur Runden. Meine Oma hat mir dann den Fuß vom Schlauch gestoßen. Irgendwann in einem Gespräch, das sich um ganz andere Dinge drehte, sagte sie nebenbei: „Ist doch ganz einfach, mit dem Nadelspiel strickst du einfach immer rechts.“ Und sie hatte Recht: Es ist wirklich so einfach.

Normalerweise geht Zöpfestricken (stark verkürzt) so: Das verschränkte Muster, eine Reihe linke Maschen, eine Reihe rechte Maschen, eine Reihe linke Maschen, das verschränkte Muster,… Mit dem Nadelspiel geht das noch viel einfacher, nämlich so: verschränktes Muster, drei Reihen rechte Maschen, verschränktes Muster. Aufpassen muss man nur an drei Stellen:

Rechts und links vom Zopf müssen in jeder Reihe linke Maschen gestrickt werden, damit sich der Zopf im Maschenbild richtig abzeichnen kann.

Beim verschränkten Muster muss man (jedenfalls beim geflochtenen Zopf) abwechselnd an verschiedenen Stellen im Maschenbild verschränken, weil man sonst keinen Zopf, sondern eine Schlangenlinie strickt. Man sollte also genau hinsehen, an welcher Stelle aktuell verschränkt werden muss.

Einfach nur rechte Maschen strickt sich leicht vor sich hin. Einen Rundenzähler einzusetzen, kann empfehlenswert sein, um wirklich drei Runden zwischen den jeweiligen verschränkten Mustern zu stricken, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich selbst tue mich jedenfalls schwer, nur am Strickbild zu erkennen, wie viele Reihen ich drüber gestrickt habe und zähle deshalb lieber.

Aber das wars auch schon. Ich stricke meine Zopfsocken sogar wie immer beim Fernsehen, obwohl ich am Anfang dachte, das Muster wäre dafür zu anspruchsvoll. Geht aber prima, wenn es auch etwas länger dauert als einfach glatt rechts zu stricken. Das einzige, woran man sich gewöhnen muss, ist das Stricken mit sechs Nadeln, weil man ja zumindest in der Reihe mit dem verschränkten Muster zusätzlichen zu den fünf Nadeln aus dem Nadelspiel noch die Hilfsnadel für den Zopf braucht. Das Nadelchaos ist aber schnell beherrschbar, zumal die Hilfsnadel ja nur für ein paar Sekunden im Spiel ist. Sobald meine Socken fertig sind, zeige ich euch hier natürlich auch ein richtiges Sockenbild, aber für den Moment bin ich erstmal super glücklich, dass ich endlich kapiert habe, wie das mit den Zöpfen und dem Nadelspiel funktioniert!

Ein Kommentar zu “Zöpfe mit Nadelspiel stricken

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