Fersenvergleich: Was Bumerang- und Käppchenferse von einander lernen können

Meine Lieben,

ich habe euch hier ja schon viele, viele Socken gezeigt. Seit über einem Jahr hat mich das Sockenfieber gepackt. Inzwischen kann es gar nicht so kalt werden, dass ich nicht genügend Socken hätte, um mir die Füße warm zu halten. Aber irgendwann stirbt auch die größte Begeisterung den Langeweile-Tod, wenn man immer nur nach demselben Schema strickt. Also habe ich zunächst vorsichtig andere Bündchen ausprobiert, dann andere Schaftlängen, eine kompaktere Spitze. Aber das ist alles nur Kleinkram, bei dem der Laie keinen Unterschied sieht. Also war ich mutig und habe mich an Muster gewagt. Von meiner Zopfmuster-Odysee habe ich euch ja hier erzählt (und vom Perlmuster hier).

Eine große Glaubensfrage der Sockenstricker habe ich bisher für mich aber noch nicht beantwortet: Welches ist die perfekte Ferse? Gelernt habe ich die Käppchenferse (Anleitung hier) und viele, viele Sockenfans, die ich inzwischen getroffen habe, schwören auf diese Ferse, weil wie einfach die perfekte Passform habe. Ich mit meinen Mini-Füßen (Größe 35/36) sehe das ein bisschen anders: Ich habe in den Käppchenfersen kaum halt, ständig rutscht die Ferse und zieht damit auch Sockenschaft nach, bis alles auf halb acht im Fußgewölbe hängt. Also habe ich jetzt die Bumerangferse ausprobiert, in der Hoffnung, die würde sich besser anschmiegen (eine Anleitung in zwei Teilen, die super verständlich ist, hier und hier). Gleich vorweg: Ein Trageergebnis habe ich noch nicht, weil von dem Paar Bumerang-Socken erst eine fertig ist. Aber schon beim Stricken sind mir ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Fersenform vielleicht beeinflussen können. Also, here we go:

Vor- und Nachteile der Käppchenferse

Vorteile:

  • Sie gibt eine richtig schöne Fersenrundung.
  • Sie kommt mit einfachen rechten und linken Maschen aus, braucht also keine Wickelmaschen o.ä..
  • Egal, ob man locker oder fest strickt: Man bekommt eigentlich immer ein schönes, gleichmäßiges Strickbild.

Nachteile:

  • Für die Käppchenferse muss man drei verschiedene Arbeitsschritte beherrschen. Dauert etwas, bis man das im Kopf hat.
  • An meinen Füßen rutscht sie ständig runter (mein Lieblingsmann hat dieses Problem mit seinen deutlich größeren Füßen aber nicht).
  • Bei Socken mit langem Schaft und breitem Fuß sieht die Käppchenferse meiner Meinung nach nicht so schön aus, sie sticht so aus dem Winkel hervor.

Vor- und Nachteile der Bumerangferse

Vorteile:

  • Sie ist super einfach zu stricken, weil im Prinzip nur ein Arbeitsschritt nötig ist, der lediglich auf zwei Passen eingeteilt ist.
  • Sie fügt sich optisch sehr harmonisch zwischen Fuß und Schaft der Socke ein.
  • Nach dem ersten Probetragen der einen Socke scheint sie sehr gut am Fuß zu sitzen.

Nachteile:

  • Man muss zusätzlich zu rechten und linken Maschen Wickelmaschen beherrschen.
  • So sorgfältig man auch strickt: Die Wickelmaschen sind fiese Biester, die dazu neigen, entweder Löcher zu produzieren (sieht man ganz gut auf meinem Artikelbild) oder sich nicht mehr abstricken zu lassen, weil man sie so fest gestrickt hat.
  • Die Ferse wird in zwei Passen gestrickt, dazwischen wird einige Runden über alle Nadeln gestrickt. Mich verwirrt das, weil ich höllisch aufpassen muss, auf Nadel vier und eins die Ferse, auf zwei und drei aber das Sockenmuster weiter zu stricken. Das ist kein Problem, wenn die Socken einfach glatt rechts gestrickt sind, aber bei einem Muster wie dem Zopfmuster wird das problematisch, wenn man nicht aufpasst.

Ich weiß noch nicht so recht, welche Fersenversion ich künftig benutzen werde. Aber vielleicht könnt ihr mir die Entscheidung erleichtern? Wie strickt ihr denn die Fersen eurer Socken – und warum?

4 Kommentare zu “Fersenvergleich: Was Bumerang- und Käppchenferse von einander lernen können

  1. Pingback: Zopf-Socken mit Bumerangferse – eine Bilanz | Eine Tüte Glück

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