Geheimtinte selber machen

Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie wir früher heimlich Briefe mit deen Freundin schrieben. Am liebsten im langweilisten Unterricht der Welt: Mathe oder Physik? Aus Angst vor Entdeckung haben wir damals möglichst nur unverfängliche Botschaften ausgetauscht, aber manche Nachrichten sind eben nur für einen ganz bestimmten Menschen gedacht. Doch wie verhindern, dass sie in falsche Hände gelangen – zum Beispiel in die der Lehrer, wenn das Zettel schreiben mal wieder spannender war als der Matheunterricht? Ganz einfach: Wer mit unsichtbarer Tinte schreibt, muss keine Angst haben, selbst wenn sein Zettel abgefangen wird. Es sei denn natürlich, der Lehrer hat diesen Blogpost ebenfalls gelesen. 😉

Unsichtbare Tinte herzustellen, ist ganz einfach und braucht kaum Vorbereitung, denn was ihr dazu braucht, habt ihr garantiert in der Küche.

Was ihr braucht:

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  • Zitronensaft oder Essig (letztere, vor allem als Essenz, geht viel besser)
  • Pinsel, Federhalter oder Holzspieß/Zahnstocher
  • Papier
  • Föhn (wenn Sie der Empfänger der Botschaft sind)

 

Und so geht es: Gebt ein bisschen von dem Zitronensaft oder dem Essig in ein Schälchen und taucht die Spitze eures Schreibgerätes hinein. Am einfachsten ist das mit einem Pinsel, weil der die Flüssigkeit am besten aufnimmt, aber auch ein Holzstäbchen oder ein Füllfederhalter können diese Aufgabe übernehmen. Achtet nur darauf, dass auf der Feder keine Tintenreste mehr sind, sonst wird der Text nie unsichtbar.

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Schreibt eure Geheimbotschaft nun mit dem Zitronensaft oder dem Essig auf ein Blatt Papier. Dabei müsst ihr nur darauf achten, dass das Schreibgerät auch wirklich befeuchtet ist, man die Buchstaben also als nasse Abdrücke auf dem Zettel sehen kann. Trocknen lassen und verschicken. Fertig!

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Der Empfänger muss das Papier nun nur noch erwärmen. Am einfachsten macht ihr die Schrift sichtbar, indem ihr mit einem Bügeleisen vorsichtig darüber fahren. Probiert aus, wie viel Hitze die Schrift braucht, um sichtbar zu werden. Je mehr Säure auf dem Blatt und je intensiver die Säure, desto schneller kommt die Schrift zum Vorschein. Ich konnte das Bügeleisen aber beinahe auf die höchste Stufe stellen, ohne dass das Papier schmorte – war halt ungeduldig.

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Denselben Effekt erzielt ihr übrigens, wenn ihrmit einem Föhn warme Luft über das Papier blast (dauert aber ewig!) oder wenn ihr das Blatt im Backofen (ganz niedrige Temperaturen!) erwärmt  heißt es jedenfalls. Das auszuprobieren, habe ich mich nicht getraut.

Warum das funktioniert? Der Hintergrund ist simpel: Essig und Zitronensaft enthalten Säure. Die greift das Papier an und sorgt dafür, dass es sich schneller zersetzt. Mit bloßem Auge ist das zunächst nicht sichtbar, aber wenn Wärme auf die durch die Säure angegriffenen Stellen trifft, beschleunigt das den Prozess zusätzlich. Erkennbar wird das daran, dass sich das Papier braun färbt, wo es der Säure ausgesetzt ist – also genau da, wo die Buchstaben aufgezeichnet sind. Durch die Braunfärbung heben die sich wieder vom restlichen Papier ab und werden sichtbar.

 

Kleiner Tipp: Um die ganze Sache noch unauffälliger zu machen, kann man auf das Blatt mit der Geheimbotschaft nach dem Trocknen natürlich auch noch ein paar belanglose Zeilen mit echter Tinte schreiben. So schöpft garantiert niemand Verdacht, wenn ihm der Zettel in die Hände fällt, während ein vermeintlich leerer Bogen Papier ja vielleicht doch hier und da zu Nachfragen führt.

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