Karten basteln – von Desaster und Triumph

Karten und ich – das ist, wie bei fast allen Papierbasteleien, eher eine Hassliebe. Vor ein paar Monaten habe ich versucht, eine Hcohzeitskarte selbst zu machen. Das Ergebis, das ziemlich gut erklärt, warum ich dann doch eine gekaufte Karte verschenkt habe, seht ihr hier:

 

Doch ich bin einfach ein großer Fan von richtiger, echter Post. Ich schreibe wirkliche Briefe – mit Füller. Und ich verschicke immer Karten zu Weihnachten. Zur Sicherheit habe ich auch schon welche für dieses Jahr gekauft, aber die sehen einfach immer gleich (und selten richtig gut) aus. Also habe ich beschlossen, ich gebe dem Karten basteln noch eine Chance. Und bin in einen regelrechten Rausch geraten. Das Ergebnis begeistert mich auch mit ein paar Tagen Abstand noch immer derartig, dass ich es unbedingt mit euch teilen muss.

Was ihr braucht:

  • Kartenrohlinge oder festen Bastelkarton
  • Schere und/oder ein Cuttermesser
  • Dekorationsartikel
  • Stifte
  • Dicke Unterlage
  • ein Lineal
  • Stecknadel
  • Nähnadel
  • farbiges Nähgarn
  • U. Vorlagen für Muster und Schriften

Ein paar Tipps vorweg:

  1. Wenn ihr keine Kartenrohlinge benutzen, sondern die Karten selbst falzt, zieht die Falzkante vorher mit einem Falzbein oder mit der Plastikspitze des Cuttermessers nach (für die gerade Linie einfach an einem Lineal entlang fahren). Übt dabei ordentlich Druck aus. So entsteht eine Nut, an der ihr die Karte falzen könnt. Ohne diese Vorarbeit verursacht das Falten am Knick unschöne Knitterfalten (weiß ich aus reichlich leidlicher Erfahrung).

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  2. Wer keine schöne Handschrift hat, kann den Schriftzug für die Karten vorher am Computer anlegen und in der richtigen Größe ausdrucken. Einfach den Ausdruck auf die Stelle der Karte legen, auf der der Schriftzug später stehen soll. Fahrt die Schrift mit einem Kugelschreiber und viel Druck nach. So pressen sich die Buchstaben als Relief in die Karte und können dort einfach mit dem passenden Stift nachgezeichnet werden.

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Karten mit Fadengrafik basteln

_DSC7817Fadengrafiken entstehen, indem ihr mit einer Nadel Löcher in den Karton eurer Karte stecht, durch die mit buntem Garn später Muster auf die Karte gestickt werden. Vorlagen dazu gibt es im Internet und verschiedenen Büchern. Mit ein bisschen Übung lassen sie sich aber auch gut selbst entwickeln.

Achtet beim Einstechen der Löcher darauf, dass eure Karte auf einem dicken, weichen Untergrund liegt. So bekommt ihr saubere Löcher und ruiniert euch die Möbel nicht (Mein Schreibtisch trägt seit gestern ein dezentes Lochmuster in Blüten-Stern-Form, weil meine Bastelmatte zu dünn war). Dicke Moosgummimatten haben sich dafür bewährt.

 

Restdeko vom Adventskranz verwerten

_DSC7799Weihnachtskarten sind optimale Resteverwerter – zum Beispiel für alles, was vom Adventskranzbasteln übrig ist. Ihr könnt die Dekoartikel an hübsche Bänder binden und diese um die Karte schlingen – oder sie direkt auf die Karten kleben. Entscheidet ihr euch für letzteres, achtet darauf, dass ihr Klebstoff benutzt, der nicht durchdrückt. Bei zarten Dekogegenständen und bei Dingen wie Glitzer oder Kunstschnee eignet sich Sprühkleber bestens (Stinkt wie die Pest, funktioniert aber wirklich gut). Er wird in einem feinen Nebel flächendeckend aufgesprüht, so dass auch kleinste Partikel festkleben, hinterlässt nach dem Trocknen aber keine sichtbaren Rückstände. Streut dafür Glitzer oder Kunstschnee großzügig auf die noch feuchte, eingesprühte Fläche und schüttelt den Überschuss nach dem Trocknen einfach ab.

 

Karten mit Reliefs und Transparenz schmücken

Hübsch sind Karten mit dreidimensionalen Motiven. Ihr könnt dafür die einzelnen Ebenen eines Motivs einfach mit kleinen, selbstklebenden Abstandshaltern aufeinander kleben. Diese weichen Klebepads gibt es im Bastelladen. Alternativ bietet es sich an, das Motiv nicht auf die Karte zu bringen, sondern es aus ihr herauszuschneiden. Das geht mit dem Cuttermesser präziser als mit der Schere. Anschließend könnt ihr farbiges Transparentpapier hinter die ausgeschnittene Fläche kleben. Stellt man jetzt ein (elektrisches!) Teelicht zwischen die beiden Seiten der Karte, leuchtet die Kerze durch das Transparentpapier und macht die Karte noch stimmungsvoller. Deshalb überlege ich jetzt, den Empfänger meiner Tannenbaumkarte gleich doppelt zu überraschen und ein Teelicht direkt mitzuschicken.

2 Kommentare zu “Karten basteln – von Desaster und Triumph

  1. Die Ideen finde ich richtig super! Bin auch am überlegen, mal wieder selbst Karten zu basteln und hatte bisher einfach nicht die richtige Motivation, weil es eben doch oft „selbst gebastelt“ aussieht…also dieses nicht so schöne selbst gebastelt ;). Aber deine Karten sind echt schön!! Und der Tipp mit der knitterfreien Kante könnte schon viel retten bei meinen Karten…

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    • Ja, die Sache mit dem Falzbein habe ich aus langer, leidiger Erfahrung. Ich überlege jetzt schon eine ganze Weile hin und her, ob ich mir ein richtiges hole, aber da ich bisher kaum Karten gemacht habe (eben wegen genau dem Selbstgemacht-Look, den du meinst ;-)), habe ich es gelassen. Aber jetzt… wo das so gut geklappt hat… na, mal sehen. Lass doch mal hören, wenn du deine Karten in Angriff genommen hast, wie es dir ergangen ist.

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