Festliche Servietten falten

Ich koche für mein Leben gern, allerdings hasse ich den Abwasch und da ich nach wie vor keine Spülmaschine habe, brauche ich für ein aufwendiges Essen immer einen guten Grund. Meist schaffen wir den selbst, indem wir Freunde zum Essen einladen – aber dann geht es bei mir auch nicht unter drei Gänge. Und zu jedem gehört nicht nur das perfekte Geschirr, sondern auch eine richtige, professionell eingedeckte Tafel. Da kommt das Gastronomiekind in mir durch. Erziehung lässt sich eben nicht abstreifen. Langer Rede und so: Ein Tisch ist erst mit schön gefalteten Servietten eine Festtafel, weshalb ich aus dem Stand mindestens ein halbes Dutzend Serviettenformen falten könnte, ohne nachzusehen, wie das geht. Meine Lieblingsversion ist die Lotusblüte (oder Seerose) und die will ich euch nicht vorenthalten:

 Was ihr braucht:

  • Servietten aus Papier oder gut gestärktem Stoff
  • Kleine Süßigkeiten oder Dekorationsartikel

 

Wie es geht:

Im Prinzip könnt ihr Lotusblüten mit fast jeder Serviette falten. Wichtig ist nur, dass sie von beiden Seiten gefärbt sind und die Form halten können. Bei Papierservietten ist das kein Problem, Stoffservietten müssen – vor allem, wenn ihr sehr große verwendet – vor dem Falten kräftig gestärkt werden.

Öffnet die Serviette und faltet die Spitzen so zur Mitte, dass ein „Briefumschlag“ entsteht. Wiederholet das noch einmal, faltet also auf den Briefumschlag einen weiteren. Jetzt dreht die Serviette vorsichtig um. Um zu verhindern, dass sich die Briefumschläge öffnen, bedeckt die Serviette beim Umdrehen am besten mit der flachen Hand und zieht die erst kurz vor dem Ablegen weg. Nun faltet ihr auf der bisher glatten Rückseite erneut einen (dritten) Briefumschlag.

So weit, so einfach. Für den nächsten Arbeitsschritt braucht ihr etwas Fingerspitzengefühl (und Übung): Hebt eine Spitze eurer Serviette leicht an und zieht die darunter liegende Ecke vorsichtig heraus und nach oben. Achtung: Nicht zu weit ziehen, sonst löst sich eure gesamte vorherige Arbeit auf. Die untere Lage soll nur so weit nach oben kommen, dass sie ein leicht gewölbtes Blütenblatt bildet. Um sich diesen Arbeitsschritt zu erleichtert, könnt ihr die Mitte der Serviette mit einem kleinen Gegenstand beschweren, damit der Briefumschlag sich nicht versehentlich öffnet. Zupft nun die Blütenblätter auch unter den anderen drei Ecken nach oben.

Zum Abschluss zieht ihr auch die Ecken heraus, die unter den Längsseiten eurer Serviette liegen, also direkt zwischen den Blütenblättern, die ihr gerade geformt habt. Zupft sie nur sacht hervor, so dass sie gerade unter der Serviette hervorschauen. Sie sollen die ersten grünen Blätter unterhalb der Blüte darstellen.

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Je nachdem, wie kräftig eure Serviette ist und wie fest ihr gefaltet habt, kann es sein, dass sich eure Blüte in der Mitte öffnet, wenn ihr sie jetzt loslasst. Das ist kein Fehler, sondern passiert bei der Lotusblüte einfach manchmal. Beschwert die Mitte einfach mit einer kleinen Süßigkeit oder einem festlichen Dekoartikel und schon ist das Problem gelöst. Platziert die Lotusblüten mittig auf den Tellern. Wenn ihr das Motiv auch an anderer Stelle auf Ihrer Festtafel aufgreifen wollen, geht das zum Beispiel, indem ihr Schwimmkerzen benutzen, die oft in einer ganz ähnlichen Form, nämlich als Seerosen, gegossen sind.

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Viel Spaß beim Nachfalten. Und da ich meine Gäste gern immer wieder mit neuen Servietten überrasche: Lasst mich doch mal wissen, welche Formen ihr am liebsten faltet!

Ein Kommentar zu “Festliche Servietten falten

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