Handpuppe aus alten Socken

Als Kind hatte ich ein Kasperletheater. Das bestand aus drei knallrot lackierten Holzwänden, deren beide Seitenteile man aufklappen konnte, damit das Theater Stand hatte. Im Mittelteil war ein großes Fenster rausgeschnitten – meine Bühne. Mein Vater hatte das Teil, meine ich, selbst gebaut. Und wir haben wilde Geschichten darin erlfunden. Inzwischen sind dann doch ein paar Jahre vergangen und ich habe keine Ahnung, was aus dem Theater und den vielen Handpuppen geworden ist, aber jetzt, wo meine Leihkinder in ein Alter kommen, in dem sich die einen allmählich aktiv mit ihrer Umgebung beschäftigen und die anderen bereits mit viel Fantasie eigene Geschichten erfinden, ist mir wieder eingefallen, wie viel Spaß mir das Puppentheater als Kind gemacht hat. Und von diesen Gedanken war es nur noch ein kleiner Schritt zum Plan, Handpuppen selbst zu machen.

Ausprobiert habe ich das dann allerdings für einen Erwachsenen. Der hat einen minimalen Sammeltick für alles, was mit Eseln zu tun hat. Also wollte ich als Spaßgeschenk eine Eselhandpuppe basteln. Das Ergebnis ist… na ja, zumindest kreativ. Vor allem aber lässt sich die Technik auf jede andere Figur umsetzen und ist super und preiswert auch gemeinsam mit Kindern nachzubasteln.

 

Was ihr braucht:

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  • eine graue Socke
  • Heiß- oder Sekundenkleber
  • Karton in Grau, rot, pink oder
    orange und ggf. schwarz
  • Wackelaugen
  • optional: Floristendraht

 

Wie es geht:

Schneidet zunächst aus dem roten Karton zwei Quadrate aus und rundet jeweils eine Kante davon stark ab. Das werden später Zunge und Gaumen unseres Sockenpuppen-Esels. Sie sollten etwas schmaler sein, als eure Socke an den Zehen breit ist.

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Für die richtige Platzierung, stülpt die Socke probeweise so über die Hand, dass ihr mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger fest im Zehenteil stecken und mit dem Daumen in der Nähe der Ferse. Bewegt eure Hand auf und ab, als ob ihr mit der Sockenpuppe „sprecht“. Dort, wo jetzt eure Finger liegen, müssen nun die beiden roten Kartonstücke aufgeklebt werden. (Den Test solltet ihr nicht auslassen. Ich habe frei Schnauze geklebt und dann festgestellt, dass die Männersocke so riesig ist, dass ich mit meinen Finger gar nicht bis in die Spitze reiche, wenn ich mit Daumen und Zeigefinger den „Mund“ bewegen will.) Die geraden Kanten sind dabei einander zugewandt, stoßen aber nicht direkt aneinander, damit ihr sie später noch frei bewegen können. Aber Vorsicht: Achtet darauf, dass ihr beim Kleben die andere Sockenseite nicht versehentlich mit ankleben.

Dreht eure Socke nun um und klebt die beiden Wackelaugen auf der Oberseite der Socke auf. Habt ihr keine fertigen Augen, könnt ihr die einfach selbst machen, indem ihr„Pupillen“ aus schwarzem Karton auf weißen und diese dann auf die Socke klebt.

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Nun kommt der schwierige Teil: Schneidet aus festem, grauen Karton die Eselsohren aus. Knickt etwa zwei Zentimeter der unteren Kante um. Das wird die Klebekante, mit der ihr die Ohren gleich oberhalb der Augen auf die Socke klebt. Vorher könnt ihr aus orange- oder pinkfarbenem Karton noch Innenohren basteln.

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Nun klebt ihr die Ohren mit der Klebekante auf die Socke. Sollten sie zu schwer sein und nach hinten fallen, könnt ihr die Rückseite mit etwas festem Bastel- oder Floristendraht verstärken, den ihr mit Heißkleber einfach auf den Karton klebt.

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Das war der Esel. Dauert keine halbe Stunde. An einem verregneten Bastelnachmittag kann also eine ganze Armee Sockenpuppen entstehen. Bunte Kindersocken zum Beispiel können mit „Haaren“ aus verschieden farbigen Pfeifenputzern zu lustigen Monstern werden und eine grüne Socke wird mit einer langen Kartonzunge und einem kleinen Krönchen leicht zum Froschkönig. Also: Wenn eure Waschmaschine mal wieder einzelne Socken gefressen hat, ist das ab sofort ein Grund zur Freude, weil die traurige Übriggebliebene der perfekte Kandidat für die nächste Handpuppe ist.

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