Dawanda-Kreativmarkt in Weimar

Eigentlich ignoriere ich den Valentinstag ja. Mein Lieblingsmann und ich, wir haben andere Tage, an denen wir unsere Liebe feiern. Den Valentinstag finden wir doof. Zum Glück, denn so konnte ich meinen Mann ohne schlechtes Gewissen am Sonntag allein daheim lassen und mir einen ausgiebigen Bummel über den Dawanda-Kreativmarkt in Weimar gönnen.

Ich war mit niedrigen Erwartungen hingefahren – sowohl was die Größe des Marktes als auch die Angebote angeht. Tatsächlich war ein Bereich auch wirklich eher enttäuschend: Was als Workshops angekündigt war, war nahezu ausschließlich Beschäftigung für Kinder. Darunter waren wirklich nette, kreative Dinge, aber für einen Erwachsenen, der regelmäßig bastelt und Handarbeiten macht, war das eher nicht gedacht. Dafür wurden meine Erwartungen an anderer Stelle übertroffen: Der Markt war riesig. Die gesamte Weimarhalle war voller Stände und der Veranstalter verdient ein echtes Lob für seine Auswahl: Es war eine tolle Mischung aus Techniken und Produkten, aus Zubehör und Ideen, die da präsentiert wurden. Teilweise waren richtige Profis mit echten Labels präsent, daneben aber ebenso dominant kleine, private Aussteller.

Ich bin stundenlang durch die Halle gezogen (und hab natürlich Geld dort gelassen – für Stempel und atemberaubendes Briefpapier zum Beispiel) und habe mich nach den neuesten Trends und Ideen umgeschaut.

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Meine Top Five der Basteltrends 2016 folgen hier:

1. Cabochon-Schmuck

Es gab wunderschönen, unfassbar kreativen Schmuck auf dem Markt in Weimar. Ein Anbieter hatte Papier zu Schiffchen und anderen Formen gefaltet und es so behandelt, dass es fest und haltbar wurde und so zu richtig süßen Anhängern mutierte. Was mir aber aufgefallen ist: Fast alle Schmuckanbieter hatten Cabochon-Ohrringe im Angebot. Also Ohrstecker aus gewölbten Glaslinsen, die bemalt, beklebt oder wie die, die ich mir gegönnt habe, mit verschiedenen Elementen gefüllt wurden.

2. Strickliesel und Strickgabeln

Stricken ist und bleibt ein Dauerbrenner. Kein Wunder: Es ist relativ leicht zu lernen, man kann ganz schnell Erfolge sehen, tolle Projekte realisieren und tut dabei auch noch was für die (zumindest geistige) Gesundheit. Neben tollen, selbstgestrickten Produkten war auf der Messe aber vor allem eine uralte Technik wieder sehr präsent: das Stricken mit der Strickliesel oder der Strickgabel. Letztere hatte ich nie zuvor gesehen, bin aber total fasziniert (und habe eine gekauft). Es gibt sie mit zwei und vier Zinken und sie funktioniert wie die Strickliesel. Einziger Unterschied: Der Faden wird nicht durch ein Loch, einen Körper geführt. Da ich die Strickliesel vor allem benutze, um Kabel zu umstricken, ist das toll, denn nun kann ich auch die Kabel verschönern, deren Steckerende zu groß war, um in die Strickliesel zu passen.

3. Gefüllte Mini-Gläser

Ein weiterer Trend an den Schmuckständen und zwar ein kaum zu übersehender gefällt mir persönlich sehr gut, weil er so leicht für jeden umzusetzen und wunderbar individualisierbar ist: Viele Anbieter hatten Ketten, aber auch Ohrringe mit Anhängern aus winzigen Glasphiolen oder – fläschchen verziert, in denen unterschiedlichste Materialien versteckt waren. Mit Sand und Kiesel kam da Urlaubsfeeling aus. Winzige silberne oder goldene Figuren lösten den ein oder anderen „wie süüüß“-Schrei aus. Mir gefiel vor allem, dass dieser Schmuck an sich sehr clean wirkt, sehr dezent, dass er aber durch die unterschiedliche Füllung der Gläser auch irrsinnig variabel ist. Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, so ein Fläschchen an einer goldenen Kette tagsüber dezent mit Sand und einem goldenen Figürchen zu füllen und abends zur Party funkelnde, goldene Rocaille-Perlen zu benutzen, um daraus eine Statementkette zu machen.

4. Selbstgemachte Kosmetik

Kosmetik aus der eigenen Küche und im besten Fall aus dem eigenen Garten (oder der eigenen Fensterbank) war ja auch 2015 schon ein Megatrend. Das scheint sich aber fortzusetzen. Überall auf dem Markt duftete es nach selbstgesiedeter Seife oder diversen Bade- und Duschzusätzen. Ich habe mich damit nicht näher beschäftigt, weil das auf meiner Will-ich-ausprobieren-Liste nicht so irre weit oben steht, aber den Duft habe ich doch sehr genossen ;-).

5. Kleidung mit Jersey

Für alle, die nähen, scheint Jersey der neue, heiße Sch… zu sein. Jedenfalls war an sehr vielen Ständen, die selbstgenähte Kleidung anboten, bunter Jersey zu sehen – zum Beispiel als Bund an kurzen Damenröcken oder an farbenfrohen Hoodies (auch ein Trend!). Sah toll aus, wird aber kein Trend, den ich mit- oder nachmache. Es ist schon ein Wunder, dass bei meinem letzten (vergeblichen) Versuch, Jersey zu verarbeiten, niemand zu Schaden gekommen ist (bzw. ch aus Frust niemanden umgebracht habe) ;-).

Übrigens, Farbe – egal in welchem Stoff – ist zum Glück auch weiter angesagt. Und bei den Accessoires, also bei Schlüsselanhängern, Täschchen usw. darf es gern auch musterkribbelig werden. Jedenfalls habe ich noch nie so viele Taschen mit Tieren, geometrischen Formen, Disney-Helden oder Blumen gesehen wie zum Valentinstag in Weimar. Muss man mögen, kann man ja aber auch in abgespeckter Variante für sich entdecken. Ein voll mit Tieren bedruckter Stoff ist für mich zum Beispiel nichts (es sei denn, ich würde für Kinder nähen), aber ein kräftig unifarbener Stoff und darauf ein Tier appliziert – das kann auch ich mir vorstellen.

So, jetzt bin ich mal gespannt, wie ihr das seht: Habt ihr für das neue DiY-Jahr schon weitere oder andere Trends entdeckt? Oder habt ihr die aus meiner Liste vielleicht schon ausprobiert? Dann freue ich mich wie immer über eure Erfahrungen in den Kommentaren!

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