Pullover stricken: Wie es nicht geht

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich euch eines meiner „Wie es nicht geht“-Projekte präsentiert habe. Das liegt nicht etwa daran, dass mir nichts mehr misslingt (schön wäre es!), sondern eher daran, dass ich es inzwischen früh genug, um wieder aufzutrennen, bevor die ganze Schande sichtbar wird. Nicht aber bei meinem ersten Pullover, der streng genommen doch nicht mein erster Pullover wurde, weil er im Müll landete. Wenn ihr euch dieses Foto anschaut, muss ich wohl auch nicht mehr erklären, warum:

DSCN4140

Daebi war der Plan gut: Weil ich Strickschriften nicht verstehe und mir Raclan vom Schwierigkeitsgrad her wie Chinesisch lernen vorkam, habe ich von unten angefangen. Ich wollte bewusst einen weiten Wohlfühlpullover stricken, habe also großzügig Maschen aufgenommen, ein paar Zentimeter Bündchen gestrickt, dann mit ausschließlich rechten Maschen hoch gestrickt bis zu den Armlöchern. Und hier kam der erste Fehler:

Ungeduld ist mein zweiter Vorname und führte in diesem Fall dazu, dass ich die Armlöcher zu früh ansetzte. Dadurch war der Pullover am Ende zwar schön weit wie gewünscht (und noch viel weiter, weil ich zwischen der ersten und der letzten Masche 17 Kilo abgenommen hatte), aber leider auch schön kurz.

Weiterging es mit Vorder- und Rückenteil auf getrennten Nadeln einfach in rechten Maschen hoch. Dabei irgendwie den Ausschnitt angesetzt mit zusammengestrickten und stillgelegten Maschen… oder so. Fehler Nummer zwei:

„Oder so“ trifft es ganz gut. Ich hatte zwar eine Anleitung zum Ausschnitt stricken, aber dass ich sie nicht richtig verstanden habe, ist wohl kaum zu übersehen. Mein Fazit: Beim nächsten Versuch lasse ich mir das wieder live von jemandem zeigen. Erst auf diese Weise habe ich schließlich auch das mit dem Socken stricken verstanden. Nach Anleitung jedenfalls wurde mein Ausschnitt so weit, dass die Schulternähe nahe der Ellenbogen endeten und die neckisch über die Schulter fallenden Ausschnittsenden wild an Mode aus den 80er Jahren erinnerte.

Dann also die Schultern nähend geschlossen und aus den Armlöchern Maschen aufgenommen, um daraus mit einem Nadelspiel die Ärmel zu stricken. Und dabei, natürlich, Fehler Nummer drei:

In allen Anleitungen steht, man müsse nach dem Aufnehmen der Ärmelmaschen nach und nach wieder Maschen abnehmen, damit die Ärmel eng genug werden. Nun… DIESES Problem hatte ich zumindest schonmal nicht. Im Gegenteil: Meine Ärmel waren von Anfang an so eng, dass ich sie sogar noch mal aufribbelte und einen neuen Versuch startete – mit mäßig anderem Ergebnis. Insgesamt muss ich aber sagen: Die Ärmel waren das einzige an diesem Pullover, das nicht formlos ausbeulte.

Mein Fazit also: Wenn ich mal in Not bin, erbärmlich friere und nichts anzuziehen habe, kann ich mit meinen Strickkünsten vielleicht das Erfrieren verhindern. Zu viel mehr reicht es aber auch schon nicht mehr. Irgendwann werde ich das mit dem Pullover noch mal probieren, ganz bestimmt. Aber fürs erste konzentriere ich mich auf Socken, Fallmaschenloops und Mini-Projekte, bei denen man schnell Erfolge sieht.

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