Altbacken? Topflappen gehäkelt

Oh Mann, das letzte Mal habe ich Topflappen gehäkelt, da war ich vielleicht acht oder neun, auf jeden Fall noch ein Kind und noch nicht sehr vertraut mit der Häkelnadel. Oma hatte mir das Häkeln beigebracht und das erste Projekt sollten eben jene Topflappen werden – ein Weihnachtsgeschenk für meine Mutter. Ich weiß noch genau, dass einer hellblau mit rosa Spitzenborte war und einer die Farben genau umgekehrt abbildete. Wobei: Die „Spitzenborte“ war ein einfaches Luftmaschen-festeMasche-Luftmaschen-festeMasche-Gebilde. Aber ich war mächtig stolz darauf. Allerdings auch nur darauf, denn der restliche Topflappen wollte einfach nicht so wie ich. Ich sollte ihn in festen Maschen häkeln, die ich übrigens heute noch hasse. Aus meinen geplant rechteckigen Topflappen wurden damals jedenfalls Pyramiden und ich hatte Schwielen an den Fingern, weil ich so fest häkelte, dass ich kaum wieder einstechen konnte in meine festen Maschen. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich es irgendwann doch noch geschafft habe, einen gerade Topflappen zu fabrizieren oder ob Oma Erbarmen zeigte und heimlich alles aufribbelte und für mich neu häkelte.

Jedenfalls hat es mich so nachhaltig geprägt, dass ich Jahrzehnte keinen Topflappen mehr häkelte. Bis jetzt. Meine Küche ist grün und ich wollte Topflappen, die dazu passen, groß genug sind für alle Pfannen und Töpfe und gleichzeitig meine Mini-Hände nicht e rsäufen (wie die RIESEN-Topfhandschuhe, die ich leichtsinnigerweise bei IKEA gekauft habe). Außerdem hatte ich damit eine Ausrede, um neue Wolle zu kaufen, denn passendes Baumwollgarn hatte ich nun wirklich nicht im Vorrat ;-).

Um mein Schicksal nicht herauszufordern, entschied ich mich aber gegen rechteckig und auch gegen festen Maschen und häkelte stattdessen mit Stäbchen in geschlossenen Kreisen:

1. Runde: Dafür sechs Luftmaschen anschlagen, mit einer Kettmasche zum Ring schließen. 2. Runde: In den Ring 12 Stäbchen häkeln, auch diesen Kreis mit einer Kettmasche schließen. Ab der 3. Runde: Jede neue Runde beginnt jetzt mit drei Luftmaschen, die das erste Stäbchen „faken“. Außerdem müssen in den folgenden Runden Maschen zugenommen werden und zwar nach folgendem Muster: In der ersten Runde jede Masche verdoppeln, in der zweiten Runde jede zweite Masche verdoppeln, in der dritten Runde jede dritte, in der vierten Runde jede vierte Masche usw..

Die Borte ist eine Eigenkreation, die sicher schöner aussähe, wenn ich die Topflappen spannen würde, doch dazu habe ich weder Platz, noch Zeit oder Lust. Das Häkelmuster entsteht so:

1. Runde: feste Masche, 2 Stäbchen, 1 Doppelstäbchen, 2 Stäbchen, feste Masche. Das wird so lange wiederholt, bis die Runde geschlossen ist. 2. Runde: Anschließen am Aufgang des ersten Bogens feste Maschen bis zum höchsten Punkt des Bogens häkeln, dann eine Luftmaschenkette mit sechs bis sieben Luftmaschen häkeln (hängt von der Dicke des Garns ab, die Kette sollte die Lücke bis zum nächsten Bogen der Vorreihe überbrücken, ohne zu spannen und ohne durchzuhängen). Mit einer festen Masche in den höchsten Punkt des nächsten Bogens häkeln und das alles wiederholen, bis die Runde geschlossen ist. 3. Runde: In diese Luftmaschenbögen wird nun folgendes Muster gehäkelt: feste Masche, 2 Stäbchen, 1 Doppelstäbchen, 1 Dreifachstäbchen, 1 Doppelstäbchen, 2 Stäbchen, feste Masche. Wiederholen im nächsten Luftmaschenbogen und so weiter, bis die Runde geschlossen ist.

 

2016-06-25 08.38.48

Durch die Bögen entsteht nicht nur ein hübsches Randmuster, sondern automatisch auch gleich ein Aufhänger (auch wenn die Dinger bei mir einfach im Schrank rumfliegen). Also, meine Lieben, noch jemand hier, der ein Topflappentrauma aufarbeiten muss? Ich bin gespannt auf eure Anekdoten.

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