Malen lernen, Teil II: Farbe

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So viel vorweg: Pinsel und ich – das wird in diesem Leben keine Freundschaft mehr. Aber ein weitere wichtige Lektion, die ich auf der Wellness- und Kreativpressereise auf Langeoog gelernt habe, war: Man kann auch mit einem Lappen, einem Topfkratzer und Stahlwolle malen und sogar viel besser als mit ordinären Pinsel. Jedenfalls, wenn ich von mir ausgehe. Der Mallappen hat mich gerettet – vor allem in Verbindung mit Strukturpaste. Aber vorher kam der große Frust:

Skizze: Sparsam mit Kohle umgehen

Wir erinnern uns an „Malen lernen, Teil I“: Die Fotovorlage ist in Linien und Flächen zerlegt und diese als Skizze auf die Leinwand gebracht. Jetzt also Farbe. Als erstes sollten die Flächen der Skizze grundiert werden. Es geht hier noch nicht darum, im eigentlichen Sinne zu malen, sondern ist eher die Vorbereitung der Leinwand, auf der kein weißer Fleck mehr zu sehen sein soll, wenn man mit dem Malen der Motive beginnt.

2017-05-02 15.29.21Nachdem meine Skizze also auf der Leinwand war – mit viel, viel zu viel Kohleeinsatz, was ich aber erst später bemerkte – fingen wir an Farben zu mischen. Dafür stehen im Malatelier auf Langeoog Papp- und alte Porzellanteller zur Verfügung. Die einen dienten als Paletten und nahmen rundherum je einen Klecks jeder Farbe auf. Auf dem anderen konnte gemischt werden, was das Zeug hielt – vor allem, weil wir mit Acrylfarbe arbeiteten, die man abwaschen kann (übrigens mit Wasser aus der Sprühflasche und Läppchen auch vom Bild, wenn man sich vermalt hat). In eine Künstlerpalette muss also schon mal keiner investieren, wenn er mit dem Malen anfangen will.

Den Himmel grundierte ich also in einem hellen, das Meer in einem dunklen Blau, die Sandbank dazwischen und die Dünen im Vordergrund in einem hellen Beige. Jedenfalls war das der Plan. Der allerdings ordentlich schief lief, weil die dicke Kohleschicht meiner Skizze durch die Farbe drückte und meine sorgfältig gemischten Sandtöne in ein schmutziges Grau-Braun verwandelte. Dagegen helfen übrigens drei Kniffe:

  1. Weniger Kohle beim Skizzieren benutzen!
  2. Vorm Grundieren überschüssige Kohle mit einem Lappen abwischen!
  3. Die Acrylfarbe mit wenig Wasser anmischen und auftragen! So deckt sie besser.

Das weiß ich jetzt. Beim Malen habe ich es – wie so oft – erst durch Trial and Error gemerkt und war super gefrustet. Vor allem auch, weil die anderen scheinbar mühelos durch diese ersten Schritte kamen und schon echte Bilder erkennen ließen, als ich immer noch mit der Grundierung kämpfte.

Richtig malen mit Acrylfarbe – Expertentipps

Und weil wir ja nicht alle dieselben Fehler machen müssen, für Sie meine gesammelten Erkenntnisse und die Tipps von Marlies Eggers zum Umgang mit Acrylfarbe im Schnelldurchlauf:

  1. Mischen: Zum Aufhellen und Abdunkeln kommen Weiß und Schwarz in die Hauptfarbe – aber nur in den Rand des Farbkleckes. So kann man feiner hin- und hermischen und experimentieren, um wirklich den richtigen Ton zu treffen und vermurkst nicht immer gleich die komplette Farbe auf der Palette.DSCN8359
  2. Acrylfarbe kann man, solange sie feucht ist, prima auch auf der Leinwand noch miteinander mischen. Dafür setzt man die zweite Farbe in Punkten, Strichen, kleinen Klecksen auf die erste und fährt dann mit einem weichen Mal-Läppchen darüber. Je kräftiger man reibt, desto homogener vermischen sich die Farben. Reibt man weniger intensiv, entstehen schöne Effekte mit Farbverläufen und verschiedenen Überlappungen, die wir zum Beispiel genutzt haben, um ein bewegtes Meer zu imitieren.
  3. Sparsam mit Wasser umgehen. Wasser zur Farbe zu geben, ist zwar auch eine Methode, den Farbton aufzuhellen, Sie verlieren damit aber massiv an Deckkraft.
  4. Wer sich „vermalt“ hat, sprüht einfach Wasser auf die Fehlstelle und reibt mit einem sauberen Lappen so lange darüber, bis die falsche Farbe weg ist. Ist die Farbe noch feucht, geht das oft sogar ohne Wasser.

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All diese Hinweise und Hilfestellungen brachten mich allerdings (noch) nicht weiter. Am Ende des ersten Tages hatte ich ein Bild mit Flecken, Klumpen und Schlieren in verschieden kackbraun-grauen Tönen vor einem blauen Band mit einer braunen Zunge (Meer und Sandbank, aber nur für Betrachter, die das vorher wussten). Einzig der Himmel war als solcher zu erkennen und richtig schön geworden. Der Rest sah eher nach Atommüll aus als nach idyllischem Sandstrand.

Zum Glück mussten wir an diesem Punkt unterbrechen, als ich gerade begann, mich so richtig schön in meine schlechte Laune hineinzusteigern. Am Abend stand eine Klangschalen-Meditation an (Grandios! Danach waren nicht nur die Anstrengung und Anspannung weg, sondern auch meine miese Laune), also blieb das „Bild“ erstmal liegen. Übrigens ein weiterer Tipp von Marlies Eggers, der sich als goldrichtig erweisen sollte: „Wenn man festgefahren ist, dann findet man keine Lösung, indem man weiter an dem Problem rumbeißt. Dann hilft nur, alles zur Seite zu legen, etwas anderes zu machen, darüber zu schlafen. Man muss loslassen können, um zum Ziel zu kommen.“

Nun ist loslassen nicht gerade meine große Stärke, aber mit einem Schubs hier und ein bisschen Motivation da hat das auch bei mir geklappt. Am nächsten Tag.

Malkurse bei Marlies Eggers kann man auf Langeoog übrigens auch als ganz normaler Gast mehrmals pro Woche buchen. Sie dauern drei Stunden und bisher hat jeder in dieser Zeit ein fertiges Bild mit nach Hause genommen.

Und wer noch nicht weiß, wo er übernachten soll, wenn er wie ich malen lernen will, findet bei Monika von den Entdecker-(G)reisen vielleicht eine Inspiration. Sie hat auch mitgemalt, sich hier aber erstmal ausführlich mit unserem Hotel beschäftigt und liefert für alle ganz Neugierigen auch noch mal einen Überblick über die ganze Presse- und Bloggerreise. Und wer mehr über Langeoog wissen will, kann ja mal bei Milos von der Trendlupe vorbei schauen.

4 Kommentare zu “Malen lernen, Teil II: Farbe

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