Basteln mit Kindern: Boote falten

Vor Kurzem kam ich während eines Seminars ins Gespräch mit einer Kollegin. Wie immer, wenn ich mich aufs Zuhören konzentrieren soll, führten meine Hände ein Eigenleben. Normalerweise schreibe oder skizziere ich in solchen Fällen mit. Bei diesem Termin ging das nicht, aber da lagen ein paar Post its auf dem Tisch. Und bevor mein Hirn was dazu sagen konnte, waren daraus Boote geworden:

Zum Glück habe ich ziemlich entspannte Kollegen und diese eine stellte nun fest, dass sie noch nie ein Boot gefaltet habe. Und weil das den Leihkindern auch so ging und die auf Besuch immer mit demselben Satz reagieren: „Tante Anita, was basteln wir heute?“, habe ich sie für diesen Blogpost eingespannt. Wir zeigen euch also gemeinsam, wie man Boote faltet.

Übrigens, kleiner Extra-Tipp: Wenn man die Boote flächendeckend mit Wachsmalstiften bemalt oder am Ende kurz halb in geschmolzenes Wachs tunkt, kann man die auch richtig lange auf richtigem Wasser schwimmen lassen.

Was ihr braucht:

  • rechteckiges (nicht quadratisch!) Papier
  • ggf. Stifte zum Verzieren
  • ggf.eine Kerze zum Imprägnieren

Wie es geht:

 

Zunächst einmal faltet ihr euer Papier zu einem „Buch“. Legt dafür die beiden kurzen Seiten des Papiers aufeinander. Nun faltet ihr es noch einmal von rechts nach links, öffnet diese Faltung aber gleich wieder. Der Falz, der so entsteht, markiert eure Mitte.

Legt das Blatt so vor euch hin, dass die offene Seite zu euch zeigt und faltet die beiden oberen Ecken nach unten zum Mittelfalz. Jetzt müsstet ihr ein Dreieck mit einem kleinen rechteckigen Anhang am unteren Ende haben.

Am unteren Ende eures Dreiecks habt ihr nun zwei aufeinander liegende, rechteckige Flächen. Faltet die obere der beiden nach oben Richtung Dreieckspitze. Dreht dann das Papier um und knickt die überstehenden, kleinen Ecken rechts und links der langen Dreieck-Schenkel um. Darüber faltet ihr nun die unten noch freie Fläche nach oben und versteckt auch deren überstehende Ecken auf der Rückseite. Nach diesem Arbeitsschritt habt ihr ein Dreieck, das sich an der unteren Seite öffnen lässt.

Das war der einfache Teil. Ganz kleine Bastelkinder oder ganz große Grobmotoriker 😉 hören an dieser Stelle auf und haben einen Malerhut. Alle anderen fassen in die untere Öffnung des Dreiecks und falten es „auf“ – so dass es zu einem Viereck aufklappt, das wie ein Drachen aussieht.

Die beiden Ecken an den offnenen Enden der Figur müssen nun nach oben zur Spitze des Drachen gefaltet werden. Je nachdem, wie klein und dick euer Papier ist, kann das schon mal ein bisschen Friemelei bedeuten. Aber es kommt nicht auf Millimeter an. Traut euch und drückt vor allem die Falzkanten gut an, damit das Boot am Ende seine Form hält.

Den nächsten Arbeitsschritt habt ihr schon geübt, der geht euch jetzt sicher leichter von der Hand: Fasst noch einmal in die offene, untere Kante eurer Figur und zieht sie erneut auseinander. Auch diesmal bildet sich ein Viereck – das hat aber zwei „Flügel“ rechts und links. An denen zieht ihr vorsichtig, bis die Spitzen der Flügel waagerecht auf derselben, gedachten Linie liegen. Wahrscheinlich sieht es noch nicht ganz so aus, aber in diesem Moment habt ihr ein fertiges Boot gebastelt!

Jetzt müsst ihr Bug und Segel nur noch ein bisschen in Form bringen. Am besten geht das, wenn ihr die Figur auf den Tisch legt und sie vorsichtig flach drückt. Zieht ihr sie jetzt an der unteren Öffnung wieder leicht auseinander, habt ihr ein Boot, das steht, auf Wasser fährt – und sich sogar stapeln oder als Tischdeko (maritim oder als große Blüte, siehe Bild) verwenden lässt.

Lasst mich wissen, wie ihr mit dem Boote basteln voran kommt und vergesst nicht: Sucht das kleine und das große Glück und packt es in eurer eigenen Tüte sicher ein, damit ihr es herausholen und es genießen könnt, wenn ihr es ganz dringend braucht!

Eure

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