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Selbst gemacht: glibberiger Slime

Er ist glibberig, kommt meist in grellen Farben und mit stark chemischem Geruch daher – und begeistert fast alle Kinder: Slime. Wir zeigen Ihnen heute, wie Sie den selbst machen können und so wenigstens genau wissen, was drin ist.

Was Sie brauchen:

  • Bastelkleber ohne Lösungsmittel
  • Flüssigwaschmittel
  • Lebensmittelfarbe
  • Glitzer
  • Styroporperlen

 

Wie es geht:

Bei unseren Testbastel-Kindern kam dieses Projekt super an. Sie wollten den fertigen Slime – oder auf deutsch: Schleim –  am Ende gar nicht mehr aus der Hand legen. Eltern sehen in diesem Produkt in der Regel wenig Sinn, aber bei den Kindern ist es der Hit. Auch das Herstellen ist kinderleicht. Trotzdem sollten Sie kleinen Bastlern dabei zur Hand gehen, denn die einzelnen Komponenten sollten nicht im Mund oder auf der Kleidung landen.

Bild 1

Geben Sie als erstes etwas lösungsmittelfreien Bastelkleber in eine Schüssel. Fangen Sie mit einer kleinen Menge an, Sie können die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten jederzeit anpassen.

Bild 2

Fügen Sie dem Klebstoff nun Flüssigwaschmittel hinzu. Die Verschlusskappe des Waschmittels oder ein kleines Glas eignen sich gut als Dosierhilfe. Welches Waschmittel Sie benutzen, ist egal. Weder die Marke, noch die Frage, ob es sich um Color- oder Weißwaschmittel handelt, ist für den Slime relevant. Das Wachmittel sorgt am Ende dafür, dass die Masse formbar wird und nicht an den Händen und allem anderen klebt, mit dem er in Berührung kommt. Je mehr Waschmittel Sie verwenden, umso fester wird das Ergebnis.

Rühren Sie Waschmittel und Klebstoff gut zusammen. Sobald sich die beiden Komponenten verbunden haben, wird es Zeit, sich die Hände schmutzig zu machen. Fügen Sie, wenn Sie das möchten, jetzt Lebensmittelfarbe und Glitzerpulver hinzu.

Bild 6

Auch kleine Styroporkugeln können Sie jetzt untermischen. Das stabilisiert den Slime. Kneten Sie ihn nun gut durch. Das braucht ein bisschen Geduld und Ausdauer. Allmählich sollte die Masse aber fester werden und sich immer leichter von den Händen lösen. Klappt das nicht, geben Sie noch ein bisschen zusätzliches Flüssigwaschmittel hinzu. Wird der Slime zu fest, reißt oder bricht also beim Formen, fügen Sie noch ein wenig Klebstoff hinzu.

Bild 8

Bildet sich Schaum oder enthält der Schleim zu viel Flüssigkeit, können Sie das reduzieren, indem Sie die Masse weiter kneten. Hilft das nicht, legen Sie den Slime auf ein Küchentuch und tupfen Sie Schaum und Flüssigkeit vorsichtig ab. So können die Kinder ihn nicht nur für das typische Durch-die-Finger-quetschen nutzen, sondern können damit sogar Figuren und Kunstwerke formen.

Bild 7

Eins, zwei, schön: Serviettentechnik

Holz, Stoff, Glas, Plastik, Stein, Kerzen – mit der Serviettentechnik können Sie Gegenstände aus fast jedem Material Ihrem persönlichen Geschmack anpassen. Ich zeige Ihnen, wie das geht.

Fertig

Was Sie brauchen:

  • Papierservietten mit Motiv
  • Gegenstand zum Verzieren
  • passenden Klebstoff oder Acryllack
  • dicke Pinsel
  • Stifte oder Sticker zum Dekorieren

 

Wie es geht:

Geeignet für diese Bastelei sind alle Papierservietten mit einem hübschen Motiv. Sie können die Serviettentechnik auf wirklich fast jedem Untergrund arbeiten, solange er trocken, fett- und staubfrei ist. Wir haben für unser Beispiel eine kleine Dose aus Plastik zu einem Behälter für unsere Lesezeichensammlung umfunktioniert – und gleich noch eine Bonbonschale dazu gebastelt.

Wenn Sie möchten, dass das Serviettenmotiv richtig strahlend zur Geltung kommen, sollten Sie transparente oder dunkle Untergründe zunächst in einer hellen Acrylfarbe anmalen. Nur auf hellen Flächen wirkt das Motiv wirklich deutlich. Wir haben uns bei unserem Projekt dagegen entschieden, weil wir einen Vintagelook erreichen wollten, der durch die Transparenz der Plastikdose unterstrichen wird.

Bild 1

Schneiden Sie nun zunächst die Servietten so zurecht, dass das Motiv gut auf die Dose passt. Wir benutzen dafür die komplette Serviette. Sie können aber auch nur einzelne Bildbestandteile ausschneiden und aufbringen. Reißen Sie diese Motive aus der Serviette, bekommen Sie später einen fließenden Rand. Schneiden Sie sie ordentlich aus, wird der Rand klar umrissen.

Bild 2

Nun lösen Sie vorsichtig die oberste Zellstoffschicht Ihrer Serviette. Nur sie trägt das Motiv, weshalb auch nur sie gebraucht wird.

Bild 3

Dann streichen Sie die Oberfläche der Dose dünn mit einem Klebstoff ein. Sie können dafür speziellen Serviettenkleber benutzen, aber jeder andere, oft günstigere, Leim funktioniert auch. Wichtig ist nur, dass er sich dünn auftragen lässt, ohne Blasen oder Beulen zu bilden. Auf Plastik oder Holz zum Beispiel können Sie auch direkt mit Acryllack arbeiten und sparen sich dann das Versiegeln am Ende. Bei speziellen Untergründen wie Kerzen oder Stoff müssen Sie einen Klebstoff nutzen, der dafür geeignet ist.

Bild 4

Legen Sie nun das Serviettenmotiv vorsichtig auf die Oberfläche mit dem Klebstoff und streichen Sie es mit dem Pinsel fest. In diesem Arbeitsschritt können Sie auch Luftblasen und Falten aus dem Motiv streichen. Allerdings braucht es etwas Geduld und Übung, bis Sie das richtige Gefühl für den notwendigen Druck haben. Beginnen Sie lieber vorsichtig. Das gilt auch für den Klebstoff: Zu viel davon lässt die Servietten ebenso einreißen wie zu heftige Bewegungen mit dem Pinsel.

Bild 6

Anschließend lassen Sie Ihr Motiv gut trocknen. Das dauert ein paar Stunden. Haben Sie die Serviette mit Klebstoff fixiert, können Sie nun mit Acryllack noch einmal über das Motiv malen. So schaffen Sie – je nach Lack in matt oder glänzend – eine schöne Oberfläche, die sogar abwaschbar ist. Wer mag, kann vorher einzelne Konturen des Motivs mit wasserfesten Metallic- oder Glitzerstiften nachmalen oder mit Applikationen und Stickern betonen. Aber auch hier ist Vorsicht angebracht, damit das Motiv nicht noch kurz vor Vollendung einreißt.

Blüten-Haarspange aus Draht und Nagellack

Es ist Frühling! Und wenn draußen alles blüht und duftet, holen wir uns den Frühlingsglanz auch ins Haus. Diese Nagellack-Blumen eignen sich prima, um Schmuck zu basteln, wie ich es hier zeige, aber auch als Dekoration machen sie eine gute Figur.

Fertigd

Was Sie brauchen:

  • Nagellack in verschiedenen Farben
  • Basteldraht
  • Beißzange
  • Bleistift
  • Styropor, Steckmasse oder ein Gefäß zum Trocknen der Blüten
  • alte Zeitung oder andere Unterlage

 

Wie es geht:

Eines vorweg: Diese Bastelei geht nicht ohne Sauerei ab! Arbeiten Sie also bitte auf keinen Fall ohne eine dicke Unterlage, zum Beispiel aus alten Zeitungen, die hinterher in den Papierkorb fliegen kann. Experimentieren Sie ein bisschen mit verschiedenen Nagellacken und lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es nicht gleich funktionieren will. Ich habe beim Ausprobieren festgestellt, dass manche Lacke einfach nicht geeignet sind für diese Bastelei. Anhaltspunkte für gut geeignete Produkte sind ein breiter Pinsel und ein bisschen Glitzer- oder Metalliceffekt in den Farben. Ich hatte den Eindruck, diese Nagellacke würden am besten funktionieren.

Zuerst basteln Sie einen Blütenrohling. Dafür wickeln Sie den Schmuckdraht eng um einen Bleistift und verdrehen die offenen Enden unten mit einander. Formen Sie so fünf runde „Blütenblätter“ (Bild 1). Ziehen Sie die Ringe vom Bleistift ab und drücken Sie sie vorsichtig auseinander, so dass eine Blume entsteht, die Blütenblätter also nebeneinander liegen. Wenn sie sich etwas überlappen, ist das kein Problem. Wenn Sie möchten, können Sie die Blütenblätter jetzt noch ein bisschen formen. Wollen Sie zum Beispiel eher spitze Formen wie bei Margeriten oder Gerbera oder sollen die Blätter rund bleiben? Der Draht lässt sich leicht verbiegen, experimentieren Sie einfach vorsichtig. Verdrehen Sie nun die langen, offenen Draht-Enden noch miteinander, damit sie einen stabileren Blütenstängel erhalten (Bild 2).

Tauchen Sie den Pinsel jetzt tief in den Nagellack und nehmen Sie möglichst viel Farbe auf. Streichen Sie dann mit dem Pinsel über das erste Blütenblatt (Bild 3). Achten Sie dabei darauf, dass der Pinsel möglichst beide Drahtwände des Blattes berührt, denn nur so kann er eine feine Membran aus Lack zwischen beiden bilden (Bild 4). Manchmal hilft es, den Pinsel leicht rüttelnd zu bewegen. Probieren Sie einfach aus, was am besten funktioniert. Vorsicht: Bei diesem Arbeitsschritt ist nichts sicher. Der Nagellack tropft wie verrückt, deshalb achten Sie bitte auf Kleidung und Untergrund.

Sind alle Blütenblätter mit der Nagellackmembran bezogen, stellen Sie die Blume vorsichtig in ein Gefäß oder in einen Block aus Styropor oder Steckmasse zum Trocknen. Achten Sie dabei darauf, dass die Blütenblätter nichts berühren. Trocknet der Lack nämlich an einer Oberfläche fest, zerreißt die Membran am Ende beim Abnehmen.

Jetzt lassen Sie den Nagellack gut durchtrocknen. Das dauert ein paar Stunden, aber Geduld lohnt sich: Verarbeiten Sie die Blüten zu früh weiter, ist die Gefahr groß, dass der Nagellack reißt und Sie noch einmal von vorn beginnen müssen.

Anschließend können Sie die Blüten zu Schmuck oder Dekoration gestalten: Wir haben vier davon zu einem kleinen Strauß gebunden (Bild 5) und um den oberen Steg einer Haarklammer gewunden (Bild 6). Dabei ist wichtig, dass die Enden des Drahts am Ende obenauf liegen, damit sie nicht am Kopf drücken.

 

Selbstgemacht: Duschjelly

Die Kinder vom Duschen zu überzeugen, ist jedes Mal ein Kampf? Vielleicht wird es leichter, wenn das Duschgel in einer lustigeren Form daherkommt, zum Beispiel als zitterndes, glitzerndes Duschjelly.

Fertig I

 

Was Sie brauchen:

  • 1 Tasse Duschgel
  • 1 Päckchen Gelatine
  • Lebensmittelfarbe, Glitzer oder Duftöl
  • 1 kleiner Topf
  • Schneebesen
  • Herd

 

Wie es geht:

Dusch- oder auch Badejelly herzustellen, ist ganz einfach und geht vor allem ungeheuer schnell. Und weil das – hübsch verpackt – auch ein nettes Geschenk ist, eignet sich dieser Basteltipp auch für alle, die ungern mit leeren Händen zu einer Einladung gehen. Aber auch wenn die reine Produktion schnell geht: Ein paar Stunden Vorlauf müssen Sie trotzdem einplanen, weil das Jelly seine Zeit braucht, um fest zu werden.

Messen Sie zunächst etwa 200 Milliliter Duschgel ab (Bild 1). Der Einfachheit halber habe ich dazu schlicht eine Kaffeetasse benutzt, die normalerweise ziemlich genau 250 Milliliter Flüssigkeit fasst. Sie müssen es nicht furchtbar genau nehmen. Es reicht, wenn die Abmessungen ungefähr stimmen. Prinzipiell können Sie jedes Duschgel benutzen, dass Sie daheim haben. Spezielle Kinderduschgele sind aber oft schon mit Glitzer oder besonders intensiven Duftstoffen versetzt. Benutzen Sie diese, können Sie sich später einen Arbeitsschritt sparen.

Geben Sie das Duschgel jetzt in den Topf und erhitzen Sie es. Rühren Sie dabei einen Beutel Gelatine ein (Bild 2) und bearbeiten Sie die Masse so lange mit dem Schneebesen, bis sich die Gelatine restlos aufgelöst hat. Dabei sollte das Duschgel ein bisschen flüssiger werden, das ist völlig normal.

Jetzt können Sie für eine intensivere Farbe des späteren Duschjellys Lebensmittelfarbe hinzugeben (Bild 3). Haben Sie normales Duschgel benutzt, aber kleine Glitzerelfen daheim, ist das auch der richtige Moment, um Glitzerpulver einzustreuen (Bild 4). Aber Vorsicht: Nicht jede Haut verträgt Glitzerpartikel und auch Duftöl, das sie nun zur Masse geben könnten, kann bei empfindlichen Menschen für Hautreizungen sorgen. Im Zweifel also lieber verzichten. Alternativ können Sie online oder im Fachhandel auch nach Zusätzen suchen, die speziell für Kosmetikprodukte zugelassen sind. Da finden Sie nicht nur Glitzer und Düfte, sondern zum Beispiel auch Seifenkonfetti oder Blüten, die Sie unbesorgt in Ihr Duschjelly einarbeiten können.

Ist die Mischung fertig, gießen Sie sie zügig in Silikonformen (Bild 5). Die gibt es speziell für die Seifenproduktion. Die normalen Backformen, die meist deutlich billiger sind, funktionieren aber genauso gut. Nun stellen Sie das angehende Duschjelly einige Stunden kalt (Bild 6). Im Kühlschrank genügt oft eine Stunde. Bei Raumtemperatur dauert das Aushärten entsprechend länger. Lösen Sie dann das Jelly vorsichtig aus der Form und bewahren Sie es kalt und luftdicht verschlossen – etwa in einem Glas – auf, bis es zum Einsatz kommt.

Fertig II

Sie können das Duschjelly einfach im Ganzen wie Seife für den Körper benutzen, aber auch als Badezusatz funktioniert es.

Selbstgemacht: Fröhliche Lesezeichen

Ich habe zwar keine eigenen Kinder, dafür aber einen Neffen und drei Leihkinder. Nur eins davon kann schon lesen, was mich aber nicht daran hindert, jedem einzelnen dieser Lieblingskinder zu jedem Anlass ein Buch zu schenken – in der Hoffnung, dass sie sich davon genauso begeistern und faszinieren lassen wie ich. Und damit das Lesen noch mehr Spaß macht, basteln wir heute die passenden Lesezeichen.

 

Was Sie brauchen:

  • Gummiband
  • Deko- oder Geschenkband
  • Bunte Knöpfe oder Perlen
  • Nähgarn
  • Nähnadel
  • Schere
  • Große Büroklammer
  • Deko- oder Schmuckanhänger

 

Wie es geht:

Lesezeichen selbst zu basteln, ist eine tolle Beschäftigung, in die auch kleinere Kinder gut eingebunden werden können. So können Sie zum Beispiel einfach Bastelarbeiten oder Bilder der Kinder auf schmalen Papierstreifen laminieren und so als Lesezeichen benutzen. Oder Sie lassen die Kleinen saubere Eisstiele bemalen, um sie dann als Lesezeichen zu benutzen. Alternativ zeige ich Ihnen heute zwei Lesezeichen, die auch auf Reisen garantiert nicht aus den Seiten rutschen.

Büroklammer-Lesezeichen

Am besten funktioniert diese Bastelei mit einer extragroßen Büroklammer. Die hält besonders gut und hinterlässt keine Abdrücke auf den Buchseiten.

Suchen Sie sich ein hübsches Band, ein Stück Spitze oder Kordel und fädeln Sie einen passenden Anhänger auf. Verknoten Sie dann die offenen Enden (Bild 1), so dass eine geschlossene Kette entsteht. Die binden Sie jetzt an die Oberseite der Büroklammer, indem Sie eine Schlaufe durch die Büroklammer ziehen und dann das andere Ende des Bandes durch diese Schlaufe fädeln (Bild 2). Festziehen und fertig ist Ihr erstes Lesezeichen. Das können Sie statt mit einem Anhänger natürlich auch mit Perlen basteln.

Buchgummi mit Knöpfen

Schneiden Sie für dieses Lesezeichen zunächst das Gummiband und das korrespondierende Dekoband zurecht. Letztere kann sowohl ein breites Geschenkband aus Stoff, aber auch ein Stück aus dem Kurzwarenladen sein. Das Dekoband sollte einige Zentimeter länger sein als das Buch, für das das Buchgummi gedacht ist, das Gummiband einige Zentimeter kürzer.

Schlagen Sie das Dekoband nun an einem Ende zweimal etwa einen halben Zentimeter ein und setzen Sie das Ende des Gummibandes zwischen dazwischen fest (Bild 3). So können Sie das Gummi bombenfest fixieren und verhindern zugleich ein Ausfransen der Säume. Nähen Sie nun quer über die Enden des Dekobandes – entweder mit der Hand oder der Nähmaschine – und nähen Sie damit auch das Gummiband ein (Bild 4).

Nun verzieren Sie das Dekoband, indem Sie bunte Knöpfe aufnähen (Bild 5). Alternativ könnten Sie auch Perlen, Pailletten oder Aufnäher zur Dekoration benutzen. Befestigen Sie die Dekoration aber nicht zu nah an den Bandenden, damit sie später nicht zwischen die Buchseiten gerät, wenn das Lesezeichen um das Buch geklemmt wird (Bild 6).

So kommen Ihre Fotos auf Holz

„Potchen“ ist eine Technik, mit der man Fotos auf ungewöhnliche Materialien übertragen kann. Am beliebtesten ist die die Arbeit mit Holz. Wir zeigen Ihnen heute wie das geht.

Fertiga

Was Sie brauchen:

  • Laser-Ausdrucke von Bildern oder Ausrisse aus Zeitschriften
  • Holzgegenstand wie Schatulle, Tablett oder Teelichthalter
  • Foto Transfer Potch
  • Potch-Lack
  • Pinsel
  • Schere
  • Fön

 

Wie es geht:

Durch das Potchen können Sie nur solche Bilder auf Holz übertragen, die entweder mit einem Laserdrucker ausgedruckt wurden oder aus einer Zeitschrift stammen. Echte Fotos sind auf zu dickem Papier entwickelt und Bilder aus dem Tintenstrahldrucker bilden sich auf dem Holz nicht so gut ab. Auch Zeitungsbilder funktionieren nicht, weil sie auf Papier gedruckt sind, das sich für diese Technik nicht eignet.

 

Wenn Sie ein Motiv ausgesucht haben, können Sie es am Computer oder als Collage auf Papier gestalten.

Aber Vorsicht: Machen Sie nicht den gleichen Fehler, wie ich in meinem Beispiel. Ich habe nämlich vergessen, dass Schrift, wenn man sie auf Holz potcht, am Ende spiegelverkehrt erscheint. Wollen Sie also ein Motiv mit Schrift auftragen, muss diese bereits im Originalmotiv spiegelverkehrt angelegt sein. Kleiner Tipp für alle, die nicht daran denken: Schenken Sie mit dem gepotchten Gegenstand einfach einen Taschenspiegel mit. So kommt zur Freude am Geschenk der Spaß am Spiegelschrift-Lesen. Und Sie können – wie ich – behaupten, dass das von Anfang an der Plan war ;-).

Wenn Sie das Motiv ausgedruckt und auf die richtige Größe zurechtgeschnitten haben (Bild 1), bestreichen Sie das Holz, auf das Sie das Motiv übertragen wollen, mit der Potch-Transfer-Flüssigkeit. Nun legen Sie das Bild mit dem Motiv nach unten auf die Holzfläche und streichen eine weitere Schicht Transfer-Flüssigkeit darüber (Bild 2).

Das muss jetzt richtig durchtrocknen. Am einfachsten und gründlichsten geht das, wenn Sie Ihr Holzstück einfach über Nacht ruhen lassen. Wenn Sie aber zu den ganz Ungeduldigen gehören, können Sie auch mit einem Fön arbeiten. Auf höchste Stufe gestellt, fönen Sie Ihr Motiv zehn bis fünfzehn Minuten. Dann sollte alles richtig trocken sein.

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Bild 3

Nun halten Sie das Holz unter fließendes Wasser und rubbeln vorsichtig die oberste Schicht des Papiers ab (Bild 3). Das Motiv erscheint nun auf dem Holz. Arbeiten Sie hier gründlich und entfernen Sie wirklich alle weißen Papierfasern. Wenn Sie das nicht tun, wird Ihr Motiv sonst am Ende einen grauen Schleier bekommen.

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Bild 4

Lassen Sie das Holz trocknen, dann tragen Sie den Foto-Transfer-Lack auf (Bild 4). Den gibt es in matt und hochglänzend. Wofür Sie sich entscheiden, liegt nur an Ihren persönlichen Vorlieben. Bei Bedarf können Sie eine zweite Schicht Lack auftragen, nur lassen Sie jede Schicht vorher gut trocknen.

Fleurogami-Blüten aus rundem Papier

Origami kennt jeder: die japanische Faltkunst, bei der aus Papier filigrane Kunstwerke entsteht. Passend zum Frühling habe ich heute mal „Fleurogami“ ausprobiert und bastle bunte Blüten.

Fertig a

Was Sie brauchen:

  • 12 Blätter rundes Papier pro Blüte
  • Klebstoff
  • 1 Knopf oder eine Perle pro Blüte
  • Band oder einen Holzstab

 

Wie es geht:

Fleurogami ist eine Unterform der Origami-Kunst, bei der aus Papier verschiedenste Blüten gefaltet werden. Ich habe heute eine relative einfache Version ausgesucht – perfekt für den Einstieg in diese Bastelform.

Falten Sie zunächst ein rundes Blatt Papier in der Mitte zu einem Halbkreis (Bild 1). Öffnen Sie es wieder und falten Sie es anschließend auf der anderen Seite mittig zusammen (Bild 2), so dass nach dem Öffnen der Falz beider Faltvorgänge ein Kreuz ergeben würden.

Sie lassen das Papier für den nächsten Schritt aber zunächst mittig gefaltet und biegen nun die untere Spitze so nach oben, dass die gerade Kante genau am sichtbaren Falz in der Mitte des Papiers anliegt (Bild 3). Erst jetzt öffnen Sie das Papier wieder und müssten, wenn Sie alles richtig gemacht haben, ein Falzmuster wie auf meinem Bild sehen (Bild 4).

Nun falten Sie die beiden inneren „Spitzen“ Ihrer Blüte. Fächern Sie dazu den unteren Teil des Papiers einfach entlang der entstandenen Falzlinien wie ein Zickzack auf (Bild 5). Es ist übrigens richtig, dass Sie dafür gelegentlich aus „Bergfalten“, also solchen Kanten, die nach oben zeigen, „Talfalten“ machen müssen, die am Ende nach unten zeigen. Letztlich müsste Sie ein Blütenblatt wie in unserem Foto in der Hand halten (Bild 6).

Jetzt kleben Sie die inneren Zacken zusammen, aber Vorsicht: Tragen Sie den Klebstoff ausschließlich an der unteren Längskante des Blattes auf. Würden Sie es auf ganzer Fläche zusammenkleben, könnte sich das Blüteninnere später nicht entfalten. Tragen Sie den Klebstoff in der Mitte zwischen den beiden „Spitzen“ auf (Bild 7) und an den beiden direkt daneben liegenden äußeren Falzbrüchen und kleben Sie das Blütenblatt so auch am unteren Ende zu einer Spitze zusammen. Auf diese Weise fertigen Sie 12 einzelne Blütenblätter an (Bild 8).

Kleben Sie nun die einzelnen Blütenblätter an der unteren Längskante der Außenseite zusammen (Bild 9) und schließen Sie die Blütenkugel schließlich, indem Sie auch das erste mit dem letzten Blütenblatt verkleben. Dekorieren das Zentrum der Blüte mit einem großen Knopf oder einer Perle (Bild 10).

Fertig b

Wer mag, kann jetzt auch vorsichtig einen Holzstab von unten in das Zentrum der Blüte stecken, um Sie so etwa in einer Vase als Dekoration zu verwenden. Alternativ können Sie vorsichtig ein Loch in die obere Spitze eines Blütenblattes stechen und dort einen Faden durchziehen, um sie aufzuhängen. Fädeln Sie in diesem Fall aber am besten das Band durch beide Wände des Blütenblattes und verwenden Sie ein etwas breiteres Band, damit das Papier nicht so leicht einreißt.

Malen lernen III: Bilder retten

Wer malen lernen will, aber aus Erfahrung weiß, dass er sich mit Pinsel, Farbe und Perspektive schwer tut, sollte das machen wie ich und an einem Sehnsuchtsort einen Kurs buchen. War ich bei den Vorarbeiten für mein Gemälde noch Feuer und Flamme, endete der erste Maltag meiner Wellness- und Kreativpressereise auf Langeoog mit Frust und schlechter Laune. Aber wenn man einschläft mit dem Rauschen des Windes über der Nordsee im Ohr und aufwacht von den Schreien der Möwen und dem Duft nach Salz und Frische, dann hält sich schlechte Laune nicht lange. Und Frust auch nicht.

Am zweiten Maltag startete ich also im Malatelier von Langeoog mit dem festen Vorsatz, aus der beklecksten Leinwand doch noch ein passables Bild zu machen. Nur wie angehen?

Die rettende Idee hatte Marlies Eggers vom Tourismusservice Langeoog, die die Bloggerreise organisierte und als Künstlerin und Kursleiterin einen tollen Job machte: Statt mich weiter mit der Acrylfarbe abzumühen beim Versuch, die dicke Kohleschicht meiner Skizze zu überpinseln, sollte ich Strukturpaste benutzen.

Tipp 1: Wundermittel Strukturpaste

2017-05-03 16.34.36Was soll ich sagen? Ein tolles Zeug! Mit großzügigen Strichen aus dem Handgelenk putzte ich die Paste auf die Leinwand – dort, wo Strand entstehen sollte – und bekam so nicht nur endlich eine helle Grundierung, sondern gleichzeitig auch noch eine Struktur, die wirklich an Sand erinnert. Strukturpaste (jedenfalls die, die ich hier verwendet habe) ist weiß, aber man kann sie einfach mit der richtigen Acrylfarbe mischen. So entstand bei mir also Sand in verschiedenen Schattierungen.

Tipp 2: Malläppchen statt Pinsel

DSCN8359Mit dem Pinsel hatte ich die Grundierung aufgetragen, was bekanntermaßen zunächst in einem Desaster endete. Jetzt sollte es also anders weitergehen. Mit dem Mal-Lappen. Ich hatte bis zu diesem Malkurs immer gedacht, diese Dinger seien nur dafür da, das Wasser aus dem Pinsel zu drücken. Dass man damit selbst malen kann, war mir neu. Geht aber prima. Einen Zipfel des Lappens um den Zeigefinger wickeln, damit Farbe aufnehmen und auf die Leinwand tupfen oder reiben. Auf diese Weise kann man auch verschiedene Farben verblenden, Ränder konturieren (wie an der Unterseite meines Dünengrases), Übergänge weicher gestalten oder Akzente setzen. Braucht ein bisschen Übung – vor allem, um ein Gefühl für die richtige Farbmenge zu bekommen. Aber hat man das einmal raus, arbeitet es sich mit dem Lappen viel einfacher als mit dem Pinsel. Im Handel kann man Mal-Lappen direkt kaufen. Aber welchen Lappen Sie auch benutzen, wichtig ist vor allem, dass er nicht fuselt und nicht abfärbt.

Tipp 3: Stahlwolle und Topfkratzer für Effekt

DSCN8362Dank Lappen und Strukturpaste war der Strand samt Dünen also gerettet. Auch das Meer und die seltsame Sandbank nahmen so Kontur an. Blieb noch die Sache mit dem Dünengras. Die Aussicht, jeden Halm einzeln mit einem Pinsel zu ziehen, war nicht sehr verlockend. Aber auch dafür hatte Marlies Eggers einen Geheimtipp: Stahlwolle. Die Dinger, die man benutzt, um angebackene Töpfe wieder richtig sauber zu schrubben, hatte Marlies Eggers in kleine, handliche Stücke zerschnitten. Mit dem Pinsel Farbe in der richtigen Dünengrasmischung auf die Leinwand tupfen und dann mit dem trocknen Stahlwolle-Stück schwungvoll nach oben ziehen. Dauert keine drei Sekunden und fertig ist ein täuschend echt aussehendes Büschel Dünengras. Dichtere Vegetation wie Hecken entstehen, wenn man die grobe Seite eines Topfkratzer-Schwamms benutzt, um damit Farbe aufzutupfen.

Tipp 4: Gischt malen wie Kaulquappen

2017-05-03 16.34.36Der Lauf des zweiten Tages machte mich ein bisschen größenwahnsinnig. Ich wollte nicht nur ein Meer. Ich wollte ein Meer mit Gischt und Schaumkronen auf den Wellen. Das allerdings geht nur mit einem Pinsel und mit denen stand ich ja auf Kriegsfuß. Aber auch dafür hatte Marlies Eggers eine Lösung. „Gischt malt man wie kleine, weiße Kaulquappen“, sagte sie und zeigte mir, wie das geht: ein winziges Oval, daran ein kleines, geschwungenes Schwänzchen. Wirkt eigenartig, aber tatsächlich: Wenn das fertig ist und man sich die Sache mit etwas Abstand ansieht, spielt Gischt auf meinem Meer.

Tipp 5: Weiß kann fast alles retten

Das Bild war fast fertig und hatte tatsächlich zumindest ein bisschen Ähnlichkeit mit meiner Fotovorlage, auch wenn ich mir eine großzügige künstlerische Freiheit zugestanden hatte. Aber aus der Ferne betrachtet (übrigens auch ein Tipp meiner persönlichen Malkönigin: Das Bild im Laufe des Prozesses immer mal wieder aufstellen und aus der Ferne betrachten, um zu sehen, wo es noch hapert) stimmte etwas mit meiner Düne nicht. Ich hatte den Dünengrasbüscheln am Ansatz braune Akzente verpasst, die jetzt aber viel zu dominant und dadurch unnatürlich wirkten. Aber: Weiß rettet alles. Einfach ein bisschen Weiß mit dem Mallappen aufnehmen und vorsichtig über die benannten Stellen reiben. Das mildert das Braun und softet die Übergänge. Gleichzeitig kann Weiß Akzente setzen – zum Beispiel Reflektionen im Wasser.

Tipp 6: Vorne und hinten, groß und klein

Am Ende des zweiten Maltages unserer Bloggerreise war also tatsächlich ein Bild entstanden. Eines, das ich selbst, ganz und gar eigenhändig gemalt hatte. Ich bin immer noch ein bisschen fassungslos, dass das tatsächlich möglich war. Ich kann malen! Und ich brauchte eine Weile, aber letztlich habe ich auch noch den letzten Fehler gefunden. Irgendwas stimmte an der Perspektive nicht, die Dünen im Vorder- und die im Mittelgrund wirkten identisch, dabei sollte doch eine weiter hinten stehen als die andere. Ich kam lange nicht dahinter, warum sie das nicht tat. Ich hatte die Kontur schattiert, den Rand mit Dünengras akzentuiert und trotzdem wirkte es wie ein Brei. Auf der Heimfahrt von Langeoog schließlich war da der Geistesblitz: Wenn auf einem zweidimensionalen Bild ein dreidimensionaler Effekt entstehen soll, muss, was weiter hinten liegt, auf dem Bild weiter oben beginnen und kleiner sein als alles davor. Bei mir war das Dünengras aber auf allen Dünen gleich groß. Das muss ich in den nächsten Tagen noch korrigieren. Dann dürfte mein erstes Bild wirklich fertig sein. Und dann: Nehme ich gern Gebote entgegen 😉.

2017-05-03 a

Malkurse bei Marlies Eggers kann man auf Langeoog übrigens auch als ganz normaler Gast mehrmals pro Woche buchen. Sie dauern drei Stunden und bisher hat jeder in dieser Zeit ein fertiges Bild mit nach Hause genommen.

Und wer noch nicht weiß, wo er übernachten soll, wenn er wie ich malen lernen will, findet bei Monika von den Entdecker-(G)reisen vielleicht eine Inspiration. Sie hat auch mitgemalt, sich hier aber erstmal ausführlich mit unserem Hotel beschäftigt und liefert für alle ganz Neugierigen auch noch mal einen Überblick über die ganze Presse- und Bloggerreise. Und wer mehr über Langeoog wissen will, kann ja mal bei Milos von der Trendlupe vorbei schauen.

Malen lernen, Teil II: Farbe

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So viel vorweg: Pinsel und ich – das wird in diesem Leben keine Freundschaft mehr. Aber ein weitere wichtige Lektion, die ich auf der Wellness- und Kreativpressereise auf Langeoog gelernt habe, war: Man kann auch mit einem Lappen, einem Topfkratzer und Stahlwolle malen und sogar viel besser als mit ordinären Pinsel. Jedenfalls, wenn ich von mir ausgehe. Der Mallappen hat mich gerettet – vor allem in Verbindung mit Strukturpaste. Aber vorher kam der große Frust:

Skizze: Sparsam mit Kohle umgehen

Wir erinnern uns an „Malen lernen, Teil I“: Die Fotovorlage ist in Linien und Flächen zerlegt und diese als Skizze auf die Leinwand gebracht. Jetzt also Farbe. Als erstes sollten die Flächen der Skizze grundiert werden. Es geht hier noch nicht darum, im eigentlichen Sinne zu malen, sondern ist eher die Vorbereitung der Leinwand, auf der kein weißer Fleck mehr zu sehen sein soll, wenn man mit dem Malen der Motive beginnt.

2017-05-02 15.29.21Nachdem meine Skizze also auf der Leinwand war – mit viel, viel zu viel Kohleeinsatz, was ich aber erst später bemerkte – fingen wir an Farben zu mischen. Dafür stehen im Malatelier auf Langeoog Papp- und alte Porzellanteller zur Verfügung. Die einen dienten als Paletten und nahmen rundherum je einen Klecks jeder Farbe auf. Auf dem anderen konnte gemischt werden, was das Zeug hielt – vor allem, weil wir mit Acrylfarbe arbeiteten, die man abwaschen kann (übrigens mit Wasser aus der Sprühflasche und Läppchen auch vom Bild, wenn man sich vermalt hat). In eine Künstlerpalette muss also schon mal keiner investieren, wenn er mit dem Malen anfangen will.

Den Himmel grundierte ich also in einem hellen, das Meer in einem dunklen Blau, die Sandbank dazwischen und die Dünen im Vordergrund in einem hellen Beige. Jedenfalls war das der Plan. Der allerdings ordentlich schief lief, weil die dicke Kohleschicht meiner Skizze durch die Farbe drückte und meine sorgfältig gemischten Sandtöne in ein schmutziges Grau-Braun verwandelte. Dagegen helfen übrigens drei Kniffe:

  1. Weniger Kohle beim Skizzieren benutzen!
  2. Vorm Grundieren überschüssige Kohle mit einem Lappen abwischen!
  3. Die Acrylfarbe mit wenig Wasser anmischen und auftragen! So deckt sie besser.

Das weiß ich jetzt. Beim Malen habe ich es – wie so oft – erst durch Trial and Error gemerkt und war super gefrustet. Vor allem auch, weil die anderen scheinbar mühelos durch diese ersten Schritte kamen und schon echte Bilder erkennen ließen, als ich immer noch mit der Grundierung kämpfte.

Richtig malen mit Acrylfarbe – Expertentipps

Und weil wir ja nicht alle dieselben Fehler machen müssen, für Sie meine gesammelten Erkenntnisse und die Tipps von Marlies Eggers zum Umgang mit Acrylfarbe im Schnelldurchlauf:

  1. Mischen: Zum Aufhellen und Abdunkeln kommen Weiß und Schwarz in die Hauptfarbe – aber nur in den Rand des Farbkleckes. So kann man feiner hin- und hermischen und experimentieren, um wirklich den richtigen Ton zu treffen und vermurkst nicht immer gleich die komplette Farbe auf der Palette.DSCN8359
  2. Acrylfarbe kann man, solange sie feucht ist, prima auch auf der Leinwand noch miteinander mischen. Dafür setzt man die zweite Farbe in Punkten, Strichen, kleinen Klecksen auf die erste und fährt dann mit einem weichen Mal-Läppchen darüber. Je kräftiger man reibt, desto homogener vermischen sich die Farben. Reibt man weniger intensiv, entstehen schöne Effekte mit Farbverläufen und verschiedenen Überlappungen, die wir zum Beispiel genutzt haben, um ein bewegtes Meer zu imitieren.
  3. Sparsam mit Wasser umgehen. Wasser zur Farbe zu geben, ist zwar auch eine Methode, den Farbton aufzuhellen, Sie verlieren damit aber massiv an Deckkraft.
  4. Wer sich „vermalt“ hat, sprüht einfach Wasser auf die Fehlstelle und reibt mit einem sauberen Lappen so lange darüber, bis die falsche Farbe weg ist. Ist die Farbe noch feucht, geht das oft sogar ohne Wasser.

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All diese Hinweise und Hilfestellungen brachten mich allerdings (noch) nicht weiter. Am Ende des ersten Tages hatte ich ein Bild mit Flecken, Klumpen und Schlieren in verschieden kackbraun-grauen Tönen vor einem blauen Band mit einer braunen Zunge (Meer und Sandbank, aber nur für Betrachter, die das vorher wussten). Einzig der Himmel war als solcher zu erkennen und richtig schön geworden. Der Rest sah eher nach Atommüll aus als nach idyllischem Sandstrand.

Zum Glück mussten wir an diesem Punkt unterbrechen, als ich gerade begann, mich so richtig schön in meine schlechte Laune hineinzusteigern. Am Abend stand eine Klangschalen-Meditation an (Grandios! Danach waren nicht nur die Anstrengung und Anspannung weg, sondern auch meine miese Laune), also blieb das „Bild“ erstmal liegen. Übrigens ein weiterer Tipp von Marlies Eggers, der sich als goldrichtig erweisen sollte: „Wenn man festgefahren ist, dann findet man keine Lösung, indem man weiter an dem Problem rumbeißt. Dann hilft nur, alles zur Seite zu legen, etwas anderes zu machen, darüber zu schlafen. Man muss loslassen können, um zum Ziel zu kommen.“

Nun ist loslassen nicht gerade meine große Stärke, aber mit einem Schubs hier und ein bisschen Motivation da hat das auch bei mir geklappt. Am nächsten Tag.

Malkurse bei Marlies Eggers kann man auf Langeoog übrigens auch als ganz normaler Gast mehrmals pro Woche buchen. Sie dauern drei Stunden und bisher hat jeder in dieser Zeit ein fertiges Bild mit nach Hause genommen.

Und wer noch nicht weiß, wo er übernachten soll, wenn er wie ich malen lernen will, findet bei Monika von den Entdecker-(G)reisen vielleicht eine Inspiration. Sie hat auch mitgemalt, sich hier aber erstmal ausführlich mit unserem Hotel beschäftigt und liefert für alle ganz Neugierigen auch noch mal einen Überblick über die ganze Presse- und Bloggerreise. Und wer mehr über Langeoog wissen will, kann ja mal bei Milos von der Trendlupe vorbei schauen.

Selbstgemacht: Papier schöpfen

Klar, Papier kann man kaufen. In allen Farben, Strukturen und Qualitäten. Man kann es aber auch einfach selbst machen.

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Was Sie brauchen:

  • Altpapier
  • Topf
  • Schüssel
  • Stapel alter Geschirrhandtücher
  • Schwamm
  • Pürierstab
  • Nudelholz
  • Schöpfrahmen (oder zwei kleine Bilderrahmen, Tacker und Metall-Fliegengitter)
  • Dekoration wie getrocknete Blüten, Glitter oder Duftöl

 

Wie es geht:

Papier schöpfen braucht Zeit. Mit den Vorbereitungen müssen Sie schon einen Tag vor der eigentlichen Arbeit anfangen, denn zunächst wird ein Papierbrei angesetzt.

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Reißen Sie dafür Ihr Altpapier in kleine Schnipsel – je kleiner, umso besser. Die Größe Ihres Daumennagels oder einer Briefmarke sind gute Gradmesser. Diese Papierschnipsel weichen Sie nun in warmem Wasser einige Stunden ein, am besten über Nacht. Wie lange das Papier braucht, um aufzuquellen, hängt von der Papierart ab. Zeitungspapier ist schnell fertig zur Weiterverarbeitung, sehr glatte Papiere wie etwas aus Zeitschriften brauchen länger.

2

Ist Ihr Papier über Nach gequollen, schütten Sie nun das Wasser ab und pürieren die nassen Papierschnipsel, bis sie einen feinen Brei erhalten.

Wenn Sie Ihren Schöpfrahmen selbst bauen, ist jetzt die letzte Gelegenheit dazu, denn gleich brauchen Sie ihn: Tackern Sie dazu einfach ein passendes Stück Metalldraht mit möglichst feinen Maschen auf einem alten Bilderrahmen fest. Einen zweiten Bilderrahmen brauchen Sie, um Papier mit ordentlichen Rändern zu produzieren. Selbstverständlich können Sie aber auch einfach einen fertigen Schöpfrahmen im Bastelhandel kaufen.

Füllen Sie eine Schüssel, in der Ihr Schöpfrahmen bequem Platz hat und bewegt werden kann, halb voll mit warmem Wasser und rühren Sie einen Teil des Papierbreis ein. Sorgen Sie dafür, dass sich einzelne Klumpen richtig auflösen. Setzen Sie jetzt den Schöpfrahmen so zusammen, dass unten der Teil mit dem Metallnetz liegt – dabei zeigt die Seite mit dem Netz nach oben. Darauf legen Sie den zweiten Rahmen.

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Dann tauchen Sie den Schöpfrahmen in die Schüssel und bewegen ihn am Boden leicht hin und her, bis sich eine ausreichende Menge Papierbrei oben auf dem Sieb gesammelt hat.

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Heben Sie den Rahmen jetzt aus der Schüssel und lassen Sie ihn einen Augenblick auf der Kante ruhen, damit das überschüssige Wasser abfließen kann. Jetzt nehmen Sie den oberen Rahmen ab.

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Stürzen Ihr erstes Blatt Papier auf ein aufgeklapptes Geschirrhandtuch. Mit einem Schwamm tupfen Sie geduldig überschüssiges Wasser auf, bevor Sie den Schöpfrahmen vorsichtig von dem Papier lösen.

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Legen Sie die zweite Hälfte des Handtuchs über das Papier und rollen Sie mit dem Nudelholz mit sanftem Druck immer wieder darüber, um das restliche Wasser auszupressen. Nun können Sie Ihr Papier vorsichtig vom Handtuch lösen und es trocknen.

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Das geht entweder einfach auf einem Tuch oder einer alten Zeitung, auf der Wäscheleine oder -für die ganz Ungeduldigen – mit dem Bügeleisen, das auf niedrigster Stufe eingestellt ist.

Kleiner Tipp: Für besondere Effekte können Sie getrocknete Blüten, Glitter oder Duftöl direkt in den Papierbrei oder auch erst auf der fertige, noch nasse Seite geben.