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Gute-Laune-Schmuck: Ohrringe aus Strohhalmen basteln

Mit Strohhalmen kann man nicht nur trinken. Sie eignen sich auch bestens für kleine Basteleien. Ein Beispiel sind unsere großen Ohrringe für kleine Diven.

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Sie brauchen:

  • Strohhalme in verschiedenen Farben
  • Backpapier
  • Bügeleisen
  • Locher
  • Haken oder Stecker von alten Ohrringen
  • 2 Biegeringe
  • kleine Zangen
  • Schere

 

Wie es geht:

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Lassen Sie kleine Bastelhelfer Strohhalme aussuchen und so nebeneinander sortieren, dass ihnen die Farbkombination gefällt. Je größer die Ohrringe werden bzw. je mehr Sie basteln wollen, desto mehr Strohhalme sollten für diesen ersten Arbeitsschritt ausgewählt werden.

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Falten Sie den Bogen Backpapier einmal in der Mitte und legen Sie die Strohhalme nebeneinander so darauf, dass sie genau am Falz liegen. Nun falten Sie die zweite Hälfte des Papiers darüber. Achten Sie darauf, dass die Strohhalme nicht verrutschen. Wichtig ist vor allem, dass sich zwischen den einzelnen Strohhalmen keine Lücken bilden.

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Setzen Sie nun das aufgeheizte Bügeleisen auf das Backpapier und fahren Sie mit Druck so lange darüber, bis die Strohhalme geschmolzen und zu einer glatten Fläche verbunden sind.

Lassen Sie das Ganze kurz abkühlen und lösen Sie dann vorsichtig das Backpapier von der entstandenen Plastik-Matte. Ist diese vollständig abgekühlt, zeichnen Sie die spätere Form Ihrer Ohrringe darauf vor. Wählen Sie dafür einen Teil der Matte aus, die keine Lücken oder Löcher zwischen den Strohhalmen enthält, sonst besteht das Risiko, dass der Schmuck später an diesen Stellen reißt. Schneiden Sie nun die Form aus. Achten Sie aber darauf, dass der obere Teil der Ohrringe breit genug ist, um später ein Loch für die Aufhängung einzustanzen.

Sind Sie mit der Form und Größe zufrieden, können Sie mit einem handelsüblichen Locher eine Öffnung in den oberen Rand der Ohrringe stanzen. Ist Ihnen die Öffnung zu groß, können Sie sie auch einfach mit einer dicken Stopf- oder Ledernadel einstechen. Dann brauchen Sie nur ein bisschen mehr Geschick und Geduld beim nächsten Arbeitsschritt. Fädeln Sie nun erst den Biegering durch das Loch und darauf den Haken oder Stecker, an dem der Ohrring befestigt wird. Anschließend schließen Sie mit Hilfe kleiner Zangen die Öffnung im Biegering.

Fertig

Die Ohrringe können Sie auch jetzt, wenn sie eigentlich fertig sind, noch jederzeit anpassen – zum Beispiel, wenn Sie für kleinen Diven doch ein bisschen groß geraten sind. Arbeiten Sie Form und Größe einfach mit einer Schere nach. Mit dieser Technik lassen sich natürlich auch andere Schmuckstücke wie Kettenanhänger oder Dekoration wie Fenster- oder Baumschmuck basteln.

Leser basteln: Sterne aus Teelichtern

Auf der Familienseite des So!-Magazins starteten wir kürzlich eine neue Serie und setzen jetzt auch Basteltipps unserer Leser um. Den Anfang machen funkelnde Sterne aus alten Teelichtern von Barbara Lüpfert.

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Was Sie brauchen:

  • Teelichter
  • Schere
  • Hammer
  • Nähnadel oder kleinen Nagel
  • Garn oder Angelsehne
  • Schaschlikspieße oder andere dünne Holzstäbe

 

Wie es geht:

Frau Lüpfert bastelt schon seit Jahren Sterne aus leeren Teelicht-Hülsen und benutzt sie zur Weihnachtszeit als Dekoration für den großen Nadelbaum in ihrem Vorgarten. „Wenn abends die Lichter auf die Sterne fallen, funkeln die ganz toll. Und zugleich sind sie witterungsfest – Regen und Schnee können ihnen nichts anhaben, weil sie ja aus Metall sind“, sagt sie.

Die Idee fanden wir großartig und haben uns eine Bastelidee überlegt, die das ganze Jahr über funktioniert: Wir basteln aus den Teelicht-Sternen von Barbara Lüpfert ein Sternenmobile, das über Kinderbettchen oder auch als Windspiel am Balkon gute Dienste leistet.

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Lassen Sie dazu zunächst die Teelichter völlig abbrennen und entfernen Sie nach dem Erkalten alle Wachsreste. Anschließend schneiden Sie mit der Schere kleine Dreiecke aus dem Rand der Teelichthülsen, so dass ein regelmäßiger Zackenkranz entsteht.

 

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Drücken Sie diesen Kranz nun vorsichtig flach. Wenn das Probleme macht, schneiden Sie mit einer kleinen Nagelschere vorsichtig die Zwischenräume zwischen den Spitzen tiefer ein. So steht der Kranz nicht mehr unter Spannung und sollte sich leicht flach drücken lassen.

 

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Mit einem Hammer können Sie den Stern jetzt richtig ebnen. Legen Sie ihn dafür aber bitte auf eine federnde Unterlage wie eine Bastel- oder Schneidematten, damit sie nicht versehentlich Dellen in Ihren Tisch hämmern.

 

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Versehen Sie eine Spitze jedes Sterns nun mit Hilfe eines Nagels oder einer Nadel mit einem Loch, durch das später das Garn zum Aufhängen gefädelt wird. Wollen Sie ein Mobile mit Sternenketten, wie in unserem Beispiel, fertigen, müssen Sie bei einzelnen Sternen ein zweites Loch anbringen und zwar genau gegenüber dem ersten.

 

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Jetzt fädeln Sie das Garn oder die Angelsehne durch die Löcher. Um Ketten zu bilden, fädeln Sie durch beide Löcher Garn und hängen daran jeweils einen weiteren Stern auf. Sichern Sie die Verbindung durch einen Knoten und schneiden Sie überstehende Garnenden einfach ab.

 

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Nun binden Sie die Sterne rechts und links an den Schaschlikspießen fest. Die Spieße können Sie entweder direkt überkreuz legen und so fixieren. Sie können sie aber auch durch einen weiteren Faden verbinden und so unterschiedliche Ebenen in Ihrem Mobile schaffen. Bevor Sie die Schaschlikspieße zusammenbinden, testen Sie aus, wo sie verbunden werden müssen, damit beide Enden gleichmäßig in einer Ebene hängen. Hängt an einer Seite ein einzelner Stern, an der anderen aber eine Kette, müssen Sie an dieser Stelle nämlich ein bisschen tarieren.

Wollen Sie das Mobile als Windlicht verwenden, empfiehlt sich, an den letzten Stern jeder Kette ein kleines Gewicht anzubringen. Dazu können Sie zum Beispiel bunte Glasperlen auf das Garn fädeln und am unteren Stern verknoten.

Haben Sie auch eine geniale Bastelidee, die Sie gern mit anderen Lesern des So! teilen möchten? Dann nur her damit – am besten mit Bildern von sich und Ihrem Projekt – an so@verlagsgruppe-hcs.de.

Freundschaft geknüpft

Gute Freunde sind unbezahlbar. Grund genug, der Freundschaft auch ein sichtbares Symbol zu geben – zum Beispiel mit Freundschaftsbändern. Diese Variante ist schnell gemacht und trotzdem ganz individuell (und weckt jedenfalls bei mir ganz alte, sehr liebe Kindheitserinnerungen).

 

Was ihr braucht:

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  • Wollfäden oder Stickgarn, ca. 50 cm
  • Wasserflasche
  • ggf. Feuerzeug

 

Wie es geht:

Sucht euch aus den Wollfäden bzw. dem Stickgarn Farben aus, die ihr mögt und die sich schön kombinieren lassen. Denkt dabei vor allem an die Vorlieben und den Kleiderschrank des Beschenkten. Der soll das Freundschaftsband am Ende ja auch tragen, also sollte es zu seinem Geschmack passen. Ja mehr Fäden ihr benutzt, desto breiter wird am Ende das Freundschaftsband.

Schneidet die Fäden anschließend auf eine Länge von etwa einem Meter zurecht und legt sie in der gewünschten Reihenfolge nebeneinander. Nun knotet das Bündel am Hals einer Wasserflasche fest. Sie muss nicht mehr voll sein, allerdings hilft das zusätzliche Gewicht durch die Flüssigkeit gerade am Anfang beim Knüpfen. Ob ihr die Flasche auf einem Tisch positioniert oder euch zwischen die Knie klemmt, ist Geschmackssache. Sie muss nur stabil genug stehen, um euch zu erlauben, die einzelnen Knoten, die gleich entstehen, fest anzuziehen.

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Nun beginnt ihr mit dem ersten Band (ganz links im Bündel) und knoten es nacheinander um die folgenden Fäden. Zieht das Garn dabei gut an und schiebt den Knoten immer wieder fest nach oben. Seid ihr am Ende des Wollbündels angekommen, lasst den Faden hängen und beginnt neu auf der linken Seite, indem ihr das Garn, das dort nun zuvorderst hängt, ebenfalls um alle anderen Fäden knotet. So geht es weiter, bis das Freundschaftsband lang genug ist, um das Handgelenk des Beschenkten zu umfassen. Wenn alles richtig gelaufen ist, habt ihr nun ein Band, das in bunten Schrägstreifen gemustert ist. Das ist die einfachste aller Varianten. Wer mehr Zeit und Fingerfertigkeit aufbringen kann, kann aber unzählige weitere Variationen knüpfen. Tolle Inspirationen findet ihr zum Beispiel bei Babsi.

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Nun nehmt ihr das Band von der Flasche und flechtet die losen Garnenden, bis sie lang genug sind, um das Freundschaftsarmband damit zuzubinden. Fixiert die beiden so entstandenen, kleinen Zöpfe wieder durch einen Knoten und schmelzt ggf. die Enden (bei Kunstgarn), indem ihr die Flamme des Feuerzeugs darunter haltet. So verhindert ihr, dass die Enden unschöne Fäden ziehen.

Variante: Ihr könnt unterschiedliche Muster knüpfen, indem ihr jeweils an einer anderen Stelle des Fadenbündels mit dem Knüpfen beginnt. Eine Alternative ist es auch, kleine Perlen auf die Garne zu fädeln und sie erst dann zu verknoten.

Dawanda-Kreativmarkt in Weimar

Eigentlich ignoriere ich den Valentinstag ja. Mein Lieblingsmann und ich, wir haben andere Tage, an denen wir unsere Liebe feiern. Den Valentinstag finden wir doof. Zum Glück, denn so konnte ich meinen Mann ohne schlechtes Gewissen am Sonntag allein daheim lassen und mir einen ausgiebigen Bummel über den Dawanda-Kreativmarkt in Weimar gönnen.

Ich war mit niedrigen Erwartungen hingefahren – sowohl was die Größe des Marktes als auch die Angebote angeht. Tatsächlich war ein Bereich auch wirklich eher enttäuschend: Was als Workshops angekündigt war, war nahezu ausschließlich Beschäftigung für Kinder. Darunter waren wirklich nette, kreative Dinge, aber für einen Erwachsenen, der regelmäßig bastelt und Handarbeiten macht, war das eher nicht gedacht. Dafür wurden meine Erwartungen an anderer Stelle übertroffen: Der Markt war riesig. Die gesamte Weimarhalle war voller Stände und der Veranstalter verdient ein echtes Lob für seine Auswahl: Es war eine tolle Mischung aus Techniken und Produkten, aus Zubehör und Ideen, die da präsentiert wurden. Teilweise waren richtige Profis mit echten Labels präsent, daneben aber ebenso dominant kleine, private Aussteller.

Ich bin stundenlang durch die Halle gezogen (und hab natürlich Geld dort gelassen – für Stempel und atemberaubendes Briefpapier zum Beispiel) und habe mich nach den neuesten Trends und Ideen umgeschaut.

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Meine Top Five der Basteltrends 2016 folgen hier:

1. Cabochon-Schmuck

Es gab wunderschönen, unfassbar kreativen Schmuck auf dem Markt in Weimar. Ein Anbieter hatte Papier zu Schiffchen und anderen Formen gefaltet und es so behandelt, dass es fest und haltbar wurde und so zu richtig süßen Anhängern mutierte. Was mir aber aufgefallen ist: Fast alle Schmuckanbieter hatten Cabochon-Ohrringe im Angebot. Also Ohrstecker aus gewölbten Glaslinsen, die bemalt, beklebt oder wie die, die ich mir gegönnt habe, mit verschiedenen Elementen gefüllt wurden.

2. Strickliesel und Strickgabeln

Stricken ist und bleibt ein Dauerbrenner. Kein Wunder: Es ist relativ leicht zu lernen, man kann ganz schnell Erfolge sehen, tolle Projekte realisieren und tut dabei auch noch was für die (zumindest geistige) Gesundheit. Neben tollen, selbstgestrickten Produkten war auf der Messe aber vor allem eine uralte Technik wieder sehr präsent: das Stricken mit der Strickliesel oder der Strickgabel. Letztere hatte ich nie zuvor gesehen, bin aber total fasziniert (und habe eine gekauft). Es gibt sie mit zwei und vier Zinken und sie funktioniert wie die Strickliesel. Einziger Unterschied: Der Faden wird nicht durch ein Loch, einen Körper geführt. Da ich die Strickliesel vor allem benutze, um Kabel zu umstricken, ist das toll, denn nun kann ich auch die Kabel verschönern, deren Steckerende zu groß war, um in die Strickliesel zu passen.

3. Gefüllte Mini-Gläser

Ein weiterer Trend an den Schmuckständen und zwar ein kaum zu übersehender gefällt mir persönlich sehr gut, weil er so leicht für jeden umzusetzen und wunderbar individualisierbar ist: Viele Anbieter hatten Ketten, aber auch Ohrringe mit Anhängern aus winzigen Glasphiolen oder – fläschchen verziert, in denen unterschiedlichste Materialien versteckt waren. Mit Sand und Kiesel kam da Urlaubsfeeling aus. Winzige silberne oder goldene Figuren lösten den ein oder anderen „wie süüüß“-Schrei aus. Mir gefiel vor allem, dass dieser Schmuck an sich sehr clean wirkt, sehr dezent, dass er aber durch die unterschiedliche Füllung der Gläser auch irrsinnig variabel ist. Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, so ein Fläschchen an einer goldenen Kette tagsüber dezent mit Sand und einem goldenen Figürchen zu füllen und abends zur Party funkelnde, goldene Rocaille-Perlen zu benutzen, um daraus eine Statementkette zu machen.

4. Selbstgemachte Kosmetik

Kosmetik aus der eigenen Küche und im besten Fall aus dem eigenen Garten (oder der eigenen Fensterbank) war ja auch 2015 schon ein Megatrend. Das scheint sich aber fortzusetzen. Überall auf dem Markt duftete es nach selbstgesiedeter Seife oder diversen Bade- und Duschzusätzen. Ich habe mich damit nicht näher beschäftigt, weil das auf meiner Will-ich-ausprobieren-Liste nicht so irre weit oben steht, aber den Duft habe ich doch sehr genossen ;-).

5. Kleidung mit Jersey

Für alle, die nähen, scheint Jersey der neue, heiße Sch… zu sein. Jedenfalls war an sehr vielen Ständen, die selbstgenähte Kleidung anboten, bunter Jersey zu sehen – zum Beispiel als Bund an kurzen Damenröcken oder an farbenfrohen Hoodies (auch ein Trend!). Sah toll aus, wird aber kein Trend, den ich mit- oder nachmache. Es ist schon ein Wunder, dass bei meinem letzten (vergeblichen) Versuch, Jersey zu verarbeiten, niemand zu Schaden gekommen ist (bzw. ch aus Frust niemanden umgebracht habe) ;-).

Übrigens, Farbe – egal in welchem Stoff – ist zum Glück auch weiter angesagt. Und bei den Accessoires, also bei Schlüsselanhängern, Täschchen usw. darf es gern auch musterkribbelig werden. Jedenfalls habe ich noch nie so viele Taschen mit Tieren, geometrischen Formen, Disney-Helden oder Blumen gesehen wie zum Valentinstag in Weimar. Muss man mögen, kann man ja aber auch in abgespeckter Variante für sich entdecken. Ein voll mit Tieren bedruckter Stoff ist für mich zum Beispiel nichts (es sei denn, ich würde für Kinder nähen), aber ein kräftig unifarbener Stoff und darauf ein Tier appliziert – das kann auch ich mir vorstellen.

So, jetzt bin ich mal gespannt, wie ihr das seht: Habt ihr für das neue DiY-Jahr schon weitere oder andere Trends entdeckt? Oder habt ihr die aus meiner Liste vielleicht schon ausprobiert? Dann freue ich mich wie immer über eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Sommerwichteln

Meine Lieben,

Ende August war ein bisschen wie Weihnachten. Nicht dem Wetter nach (das fühlt sich erst seit ein paar Tagen wie Dezember an), sondern der großen Freude wegen. Aber der Reihe nach: Vor ein paar Wochen hat Babsi von der Bänderkiste in ihrem Blog gefragt, wer Lust hätte, ein Sommerwichteln zu veranstalten. Die Idee: Jeder Teilnehmer bekommt einen Wichtel zugeteilt, dem er bis Ende August eine kleine, selbstgemachte Überraschung schicken sollte. Bilder davon und das Geheimnis, wer nun wen bewichteln durfte, sollten aber erst veröffentlicht werden, wenn alle versorgt sind. Ich habe mich natürlich sofort angemeldet, denn ich liebe Überraschungen. Und ich bin immer noch ganz hin und weg vom Ergebnis.

Mein Wichtelgeschenk hat vermutlich den längsten Weg hinter sich. Es kam aus der Schweiz, von Veronika alias Kreativhäxli. Schon das Auspacken war ein Genuss. Leider war meine Vorfreude so groß, dass ich ans Fotografieren erst dachte, als die Verpackung längst entsorgt war. Jedes einzelne Teil war liebevoll in Seidenpapier eingewickelt und dazwischen lagen kleine Täfelchen echter Schweizer Schokolade (ich bin ganz stolz auf mich, dass davon wirklich noch was da ist). Das Auspacken der einzelnen Geschenke habe ich zelebriert: Eine Häkelnadeln mit einem toll gemusterten Fimo-Griff in Farben, die nicht perfekter zu mir passen könnten. Winzige Klammern mit bunten Häkelblumen, bei denen ich mich schon darauf freue, sie als Dekoration für Geschenke zu benutzen, selbst gedruckte Apfel-Postkarten, die an faule Sommernachmittage auf der Obstwiese erinnern, eine zauberhafte Häkel-Eule, die zu meiner kleinen Eulensammlung passt und nun an der Ecke meines Bildschirms baumelt… Ach, seht doch einfach selbst:

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Liebes Kreativhäxli, vielen Dank für diese große Freude und schöne Grüße in die vermutlich inzwischen auch schon frühherbstliche Schweiz!

Ich selbst habe sehr lange überlegt, was ich meinem Wichtel schicken soll. Mir war Thyra alias liolinchen zugelost worden und ich habe stundenlang in ihrem Blog gestöbert, um ein Gefühl dafür zu bekommen, womit ich ihr wohl eine Freude machen könnte. Leider war ich nach diesem Stöbern zwar neidisch bis zum Mond und zurück, weil sie so zauberhafte Dinge näht – und dabei kreativ und akkurat gleichzeitig ist (ich kann immer nur eines), aber ich hatte keine Ahnung, was für eine Person sich hinter dem Blog verbirgt, denn es gibt nirgends ein Bild oder ein „Über mich“. Aber eine Frau, die bei ihren Sachen so viel Detailliebe und Verspieltheit beweist, musste einfach Schmuck lieben. Das war jedenfalls meine Hoffnung. Also habe ich entschieden, ihr ein Set aus einer Kette und Ohrringen zu schicken. Und damit es nicht so langweilig wird, sollten es keine einfachen runden Perlen sein. Stattdessen habe ich Splitter verschiedener Halbedelsteine benutzt und sie durch Mini-Silberperlen getrennt. Aber auch hier bekommt ihr vermutlich ein besseres Bild, wenn ihr einfach selbst schaut:

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Mir hat das Sommerwichteln jedenfalls riesigen Spaß gemacht. Liebe Babsi, das war eine tolle Idee – und vielleicht veranstalten wir das ja zur echten Wichtelzeit noch einmal?

Mein erster Brautschmuck

Vor kurzem heiratete ein Paar, das ich schon lange kenne und sehr, sehr gern mag. Ich hab mich riesig für beide gefreut. Aber noch viel mehr für mich – als die Braut mich nämlich bat, ihr ihren Brautschmuck zu machen. Ich empfinde das als große Ehre, immerhin muss der Schmuck an diesem großen Tag etwas ebenso Besonderes sein wie das Kleid, die Frisur und das Make up.

Deshalb habe ich vorher lange und ausführlich mit der Braut gesprochen, ihr verschiedene Stile und Techniken und Materialien vorgeschlagen, mir auf Fotos ihr Kleid zeigen und von der Frisur erzählen lassen. Immerhin sollte sie nicht den ganzen Tag damit beschäftigt sein, die Haare oder den Kragen ihres Jäckchens aus den Ohrringen zu zerren, nur weil die zu lang oder zu pompös geraten waren.

Schnell war klar: Sie wollte es nicht überkandidelt, aber es sollte auf jeden Fall glitzern. Traditionell und glamourös. Elegant und individuell. Soweit der Fahrplan. Wir entschieden uns dann für echte Süßwasserperlen und Strasssteine. Letztere mit sechs Zentimeter Durchmesser, die Perlen mit fünf, was meine Geduld beim Fädeln auf eine harte Probe stellte. Die Löcher sind bei so kleinen Steinen nämlich so schmal, dass ich beim Strass wirklich Probleme hatte, die drei Stränge Schmuckdraht durchzufädeln.

Aber gut, so sah das also aus, als ich loslegte:

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Beschlossen war, dass es am Ende eine schmale Kette, ein Armband und Ohrringe geben sollte. Die Entstehung des Ganzen fasse ich euch hier mal in einer Diaschau zusammen. Eine ausführliche Anleitung für eine Kette und Ohrringe findet ihr ja schon hier.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mein Schmuck war dafür zwar nicht maßgeblich, aber ich bilde mir ein, dass er zumindest einen kleinen Anteil daran hatte, dass die Braut an ihrem großen Tag absolut umwerfend aussah. Nicht nur, weil das Kleid wie für sie gemacht schien, sondern vor allem, weil sie vor Glück strahlte.

In diesem Sinne an alle Bräute da draußen: Möge euch dieses Strahlen nie abhanden kommen. Möge euer Hochzeitstag auf viele, viele Ehetage strahlen und sie ebenso glücklich machen.

Funkelnden Ring schnell und günstig selber machen

Meine Lieben,

ich habe eine klitzekleine Marotte: Da ist dieser Farbentick, wenn es um meine Outfits geht. Ich bin da konservativ. Die Tasche muss farblich zu den Schuhen passen und mein Schmuck muss die Farbe entweder von Schuhen und Tasche oder der Kleidung aufgreifen. Aus genau diesem Grund mache ich meinen Schmuck selbst – und habe nie genug, weil das, was ich im Schmuckkasten habe, farblich einfach nie exakt zu dem Outfit passt, das ich gerade trage.

In Sachen Ketten, Ohrringen und gelegentlich auch in Sachen Armschmuck ist das kein Problem, ich muss nur immer genug Material zum Basteln vorrätig haben. Was mich jedes Mal ärgert, ist die Tatsache, dass ich nie einen passenden Ring zum Schmuckset habe. Ich habe versucht, mit Ringrohlingen zu arbeiten, auf die Perlen geklebt oder gefädelt werden. Fand ich furchtbar. Entweder ist der entstandene Ring ein Riesen-Perlen-Monster oder der Draht, mit dem gefädelt wurde, kratzt und sticht am Finger, weil er an der Ringunterseite nur so einigermaßen verknotet wurde. Das war alles nix.

Also habe ich jetzt experimentiert und versucht, einen Ring ohne Rohling zu machen. Am Ende war das überraschend einfach:

Ihr braucht:

  • Schmuckdraht in Wunschfarbe und zwar genug, um daraus drei Drahtstücke zu schneiden, die etwas länger sind als euer Finger dick
  • zwei Quetschperlen (md. 2,5 mm)
  • Perlen nach Wunsch (ich empfehle max. 6mm)
  • Quetschzange, Beißzange

Und so geht es:

Den Draht in drei gleichmäßig lange Stücke schneiden und zu einem Ring biegen und zwar so, dass die Enden großzügig überlappen und ihr die richtige Ringgröße für euch findet. Nun die Perlen, die euren Ring zieren sollen, auffädeln (Achtung: Alle drei Drahtstücke durch alle Perlen ziehen. Das schafft Stabilität). Dabei am besten nur so viele Perlen auffädeln, dass sie die Oberseite des Fingers bedecken, der Rest des Drahtes aber freiliegt. Wenn ihr den ganzen Ring voller Perlen fädelt, wird zum einen die Weiterverarbeitung schwierig, zum anderen lauft ihr hinterher – je nach Perlengröße – mit weit abgespreiztem kleinen und Mittelfinger rum.

Sind die Perlen aufgefädelt, fädelt ihr auf jeder Seite zum Abschluss je eine Quetschperle hinter die bunten Perlen. Jetzt schließt ihr den Draht wieder zum Ring und schiebt die Enden jeweils durch die Quetschperlen. Ihr habt jetzt zwei Möglichkeiten, den Ring zu schließen:

  1. Sind die bunten Perlen groß genug und haben einen entsprechenden Lochdurchmesser, könnt ihr die Drahtenden auch noch in die bunten Perlen schieben und sie dort sozusagen verstecken. Dann schließt ihr die Quetschperlen einfach direkt rechts und links der bunten Perlen (Aber Achtung: Wenn ihr die Perlen quetscht, achtet darauf, dass sie horizontal breit gedrückt werden. Stehen Sie nach dem Quetschen aufrecht, stechen Sie euch ekelhaft in die Finger und ihr werdet euren neuen Ring nur ein einziges Mal tragen).
  2. Meistens haben die bunten Perlen aber einen zu geringen Lochdurchmesser, um insgesamt sechs Drahtstränge aufzunehmen (drei vom ersten Auffädeln und drei von den durchzuziehenden Drahtenden). In diesem Fall schiebt die Quetschperlen einfach ein bisschen nach unten, weg von den bunten Perlen, so dass sie später an der Unterseite eures Fingers liegen und nicht zu sehen sind. Schiebt die Drahtenden durch und achtet darauf, dass die Enden AUF oder NEBEN dem Drahtring liegen,a ber nicht darunter (wieder die Sache mit dem Pieksen). Nun die Quetschperlen quetschen (siehe oben: darauf achten, dass sie dabei quer, am Ende also flach auf der Fingerseite, aufliegen) und die Drahtenden direkt hinter den Quetschperlen abschneiden.

Das wars schon. Fertig ist euer erster Ringe. Ich habe ihn am Wochenende zu einem Schmuckset aus einer auffälligen Y-Kette und schichten Ohrringen getragen, die beide ausnahmsweise nicht auf Draht oder Perlschnur gefädelt waren. Stattdessen war jede Perle einzeln auf einen Ösenstift gefädelt und wurde mit einer zweiten Öse mit dem jeweils nächsten verbunden. Dauert ein bisschen länger, fällt aber schöner und ist besser für einen Transport geeignet. Davon erzähle ich euch aber ein anderes Mal – wenn es euch interessiert.

Bis dahin freue ich mich auf eure Tipps zum Ringe basteln. Vielleicht habt ihr ja eine noch viel bessere, schneller, günstigere Methode als meine? Ich bin gespannt auf jeden Geheimtipp.

DiY-Anleitung: Schmuck selber machen

Ihr Lieben,

am Samstag steht für mich eine wichtige Veranstaltung an. Verbandsjubiläum, ich führe durch den Tag. Viele Fotos. Und auf allen will ich natürlich gut aussehen. Das Outfit habe ich deshalb gestern schon mal zusammen gestellt – und wie immer dabei bemerkt, dass unter meinen über 50 Ketten und mehr als 70 Paar Ohringen nicht ein Set ist, das dazu passt. Also habe ich gestern Abend wie eine Wilde Schmuck gemacht und dabei für euch gleich noch eine kleine DiY-Anleitung fotografiert.

Was ihr braucht: Schmuckdraht (38 oder 45 mm), einen Verschlusskarabiner für Ketten und Biegeringe, Quetschkalotten, Quetschperlen, Ohringrohlinge (ich hab Stecker genommen, Hänger tun es aber auch), Nietstifte und Perlen nach Wahl. Dazu eine Zange zum Quetschen, eine zum Biegen und eine zum Schneiden (handlicher als richtige Schmuckzange, ich verwende trotzdem einen Seitenschneider, den ich Papa aus der Werkzeugkiste geklaut habe). Verwirrend, diese ganzen komischen Namen? Damit ihr erkennen könnt, was was ist, habe ich die einzelnen Bestandteile mit der Google-Bildersuche verlinkt. So bekommt ihr ein Bild von den Dingen.

Zuerst messt ihr den Schmuckdraht ab. Wenn ich von einer üblichen Spule wie dieser hier zwei Umdrehungen abwickle, passt das ziemlich genug für meinen Hals und die Kettenlänge, die ich bevorzuge. Das müsst ihr aber ausprobieren:

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Anschließend fädelt ihr erst eine Quetschkalotte, dann eine Quetschperle über ein Ende des Drahts.

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Dort, wo ihr das Ende haben wollt, presst ihr die Quetschperle mit der Quetschzange fest zusammen und schneidet den überstehenden Draht mit dem Seitenschneider oder der entsprechenden Schmuckzange einfach ab. Dann die Quetschkalotte über die platte Perle schieben und ebenfalls zusammenpressen.

Achtung, es gibt verschiedene Arten von Quetschkalotten, auch solche, die statt des Lochs zum Durchfädeln des Verschlusses eine Öse haben, die man selbst zu Ende biegen muss. Ich mag die nicht sehr gern, weil meine Erfahrung zeigt, dass sich die Öse leicht wieder aufbiegt. Der Kettenverschluss hält also nicht so gut. Deshalb empfehle ich diese Quetschkalotten:

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Ist das erledigt, fädelt ihr erst einen offenen Biegering in das Loch der Kalotte und dann den Karabiner in den Ring. Ring schließen, fertig. Ich schließe den Ring immer, indem ich die eine offene Seite mit der Biege- und die andere mit der Quetschzange anfasse und die Enden dann sachte zueinander schiebe. Braucht ein bisschen Übung, aber das habt ihr schnell drauf:

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Nun geht es ans Fädeln. In diesem Fall möchte ich eine Kette mit roten Glasschiffperlen, zwischen denen jeweils weitere Perlen hängen sollen. Dazu fädele ich die Perlen zum Hängen erstmal auf Nietstifte, anschließend die Glasschiffperlen auf den Draht.

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Bevor ich mich um die hängenden Perlen kümmere, schließe ich die Kette. Heißt also: Kettenlänge final abmessen, wieder erst eine Quetschkalotte, dann eine Quetschperle über das zweite Drahtende fädeln, Perle pressen, überstehenden Draht abschneiden, Kalotte drüberschieben, zudrücken, Biegering in das Loch, Ring schließen und schon könnt ihr den Karabiner in den Ring einhaken und eure Kette schließen. Jetzt können euch keine Perlen mehr vom Draht rutschen und ihr könnt euch in aller Ruhe um die Hängerein kümmern.

Schneidet die Nietstifte etwa einen Zentimeter über der letzten Perle ab (am Anfang lieber etwas großzügiger sein, das Ösenbiegen ist am Anfang ein bisschen tricky). Mit der Biegezange greift ihr jetzt das Ende des Nietstiftes und biegt es so eng wie möglich zu einem Kreis, den ihr aber noch nicht ganz schließt! Denn jetzt hängt ihr den Stift an der halben Öse, die ihr gerade gemacht habt, über den Draht eurer Kette und zwar zwischen zwei Perlen.

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Erst jetzt wird die Öse mit der Biegezange richtig geschlossen. Das macht ihr mit allen perlenbesetzten Nietstiften und schon ist eure Kette fertig.

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Die Ohrringe gehen viel schneller. Außerdem habt ihr ja jetzt schon Übung: Wieder Perlen auf zwei Nietstifte fädeln. Aber bevor ihr ihn abschneiden und die Öse biegen könnt, fädelt ihr den Stift jetzt noch durch das Loch in einem Ohrring-Rohling (egal ob Stecker oder Hänger, so ein Loch haben die alle). Anschließend Nietstift einen guten Zentimeter über dem Rohling abknipsen. Die Öse biegt ihr dann um den Rohling herum ganz zu, so das am Ende ein hübscher, hängender Ohrring entsteht.

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Habt ihr wie ich Stecker genommen, braucht ihr jetzt noch etwas, um den Ohrring hinterm Ohr zu verschließen. Silikon-Stopper gibt es sehr günstig online, alte Schräubchen von Ohrringen, die kaputt gegangen sind oder wo einer verloren ist, hebe ich trotzdem immer auf.

Am Ende jedenfalls habt ihr ein schickes und vor allem garantiert einzigartiges Schmuckset – und ich habe den perfekten Begleiter für dieses Pailletten-Top, das ich Samstag tragen werde:

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In diesem Sinne, viel Spaß beim Schmuck machen und lasst mich eure Kreationen doch mal sehen. Entweder hier in den Kommentaren oder per Mail an anigras83@gmail.com. Dann mache ich hier bei Gelegenheit mal eine Leser-Schmuck-Galerie. Ich freu mich drauf!

Traumfänger-Amulett aus Draht und Perlen

In Sachen Schmuck hatte ich in letzter Zeit eine kleine kreative Krise. Irgendwie fiel mir nichts anderes ein, als die hundertste Kette im selben Stil zu machen oder die nächsten simplen Ohrhänger. Darauf hatte ich allerdings wenig Lust. Also habe ich gestrickt und gehäkelt wie eine Weltmeisterin und nur ab und an in den Perlentöpfchen gerührt – aber die Inspiration wollte sich einfach nicht einstellen. Die küsste mich erst vor ein paar Tagen beim Stöbern auf Pinterest. Dort fand ich diesen Traumfänger, einen Lebensbaum in einem Kreis, gefertigt aus Draht und Perlen. Ich fand ihn zauberhaft, und hatte sofort eine Vision, dieses Muster als Amulett, also als Kettenanhänger, umzusetzen.

Ein alter Armreif war perfekt für mein Projekt: schmucklos, stabil, goldfarben. Ich schnitt Basteldraht (nicht Schmuckdraht, sondern den Basteldraht, der in der Form bleibt, in den man ihn biegt, also nicht flexibel ist) in etwa 40 Zentimeter lange Stücke (war viel zu lang, aber lieber schneide ich hinterher etwas ab, als im letzten Schritt zu merken, dass das Material nicht reicht).

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Ich legte den Draht doppelt und wickelte jedes Stück in sechs Schlingen um den Armreif, so dass am Ende je vier etwa gleich lange Drahtfinger überstanden. Das habe ich so lange wiederholt, bis insgesamt 24 Drahtenden aus dem Reifen wachsen.

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Anschließend werden immer drei Stränge miteinander verflochten, und zwar etwa ein bis zwei Zentimeter hoch, bevor innerhalb des Reifens alle Drahtzöpfe zusammen genommen und mit einem Drahtende umwickelt werden. In unregelmäßigen Abständen zwei bis vier Drähte abzweigen und zu einem Ast zwirbeln, davon ausgehend kann man sie auch noch mal teilen und wieder zwirbeln, um Zweige zu gestalten. Das so lange machen, bis alle Drähte bis zum Reifen gezwirbelt sind.

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Jetzt beginnt die Fleißarbeit: Unten anfangen und auf einzelnen Draht kleine Perlen nach Gusto aufziehen und den Draht anschließend ein paar Windungen weit um den Reifen wickeln. Die nächsten Perlen aufziehen. Das mit allen Drähten wiederholen (man kann auch gut zwei, drei, vier Drähte zusammenfassen), und die Enden gut festdrücken, damit sie am Ende nicht die Kleidung aufreißen.

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Anschließend einen Spaltring – oder wie in meinem Fall zwei ineinander verschlungene – oben in den Reif einhängen, passendes Wachsband, Leder oder eine goldene Gliederkette einfädeln, auf Länge bringen, verknoten, fertig!

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Ich bin total verliebt in meinen Traumzauberbaum. Und obwohl ich eigentlich keinen Hang zur Esoterik habe, gefällt mir der Gedanke, nicht nur ein hübsches, neues Schmuckstück zu haben, sondern auch eines, in dem sich böse Träume und Gedanken verfangen und mich so nicht erreichen.

Aber natürlich kann man den Traumfänger auch einfach an einer Nylonschnur ins Fenster hängen, so dass er nicht nur die Albträume, sondern auch das Licht einfängt und in bunten Prismen ins Zimmer streut. Sicher auch zauberschön: Mehrere Traumfänger basteln und daraus ein Mobile bauen. Über der Wiege oder auf dem Balkon funkelt es großartig.

Mein glitzerndes Bändchengarn und ich

Wir werden wohl keine Freunde mehr. Mein glitzerndes, mintgrünes Bändchengarn und ich. Dabei war es Liebe auf den ersten Blick. Ist es aber immer, wenn etwas glitzert. Das war schon als Kind so, weshalb mich die Familie eine Zeitlang „Frau Elster“ rief. So erzählt man es sich jedenfalls. Aber zurück zum Thema: Das Garn war mal irgendwo im Angebot. Synthetikfaser, was ich ja sehr mag, weil sie auch am Hals, wo ich super empfindlich bin, nicht kratzt. Und weil sie auch nicht fusselt.

Nur leider verhielt sie sich bei vielen anderen Dingen genauso: Sie tat sie nicht. Ordentlich fallen, wenn sie zu einem Schal verhäkelt wird, zum Beispiel. Oder ballonartig stehen, wenn sie zu einer Ballonmütze verarbeitet wird. Oder hübsch aussehen statt trutschig. Tat sie alles nicht.

Die Ballonmütze liegt hier jetzt fertig, aber ungetragen rum (weil sie zudem auch noch zu groß geraten ist für meinen Kopf).

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Der Schal auch. Aber der war doch noch für etwas gut. Immerhin habe ich an ihm das Broomstick-Häkeln ausprobiert. (Bomben-Anleitung hier.) Mein Whiteboard-Marker erwies sich dabei als perfekte Broomstick-Größe. Die dicke Stricknadeln war zwar leichter zu handhaben, am Ende waren aber kaum Löcher im Muster zu sehen. Die Deoflasche dagegen fabrizierte ein Muster, das quasi nur noch aus Löchern bestand. Wie auch immer: Broomstick-Häkeln ist eine ziemlich coole Technik. Allerdings tappte ich in meine Lieblingshäkelfalle und vergaß am Anfang und Ende einer Reihe ständig die letzte Masche. So macht mein Schal einen eigenartigen Bogen und ist folglich nicht tragbar.

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Aus lauter Frust habe ich aus dem Rest der Wolle ein paar Ohrringe gehäkelt und ein bisschen Faden durch einen Ring-Rohling gezogen. Aber nicht mal damit bin ich wirklich zufrieden. Überall Knubbel, wo keine hingehören.

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Und das schlimmste: Gestern beim Wollkisten aufräumen habe ich festgestellt, dass da noch ein 50-Gramm-Knäuel mintgrüner Glitzerwolle rumliegt. Das Drama hat also noch kein Ende. Wie geht ihr denn mit derart widerspenstiger Wolle um? Habt ihr eine Idee, was ich daraus machen kann?