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So kommen Ihre Fotos auf Holz

„Potchen“ ist eine Technik, mit der man Fotos auf ungewöhnliche Materialien übertragen kann. Am beliebtesten ist die die Arbeit mit Holz. Wir zeigen Ihnen heute wie das geht.

Fertiga

Was Sie brauchen:

  • Laser-Ausdrucke von Bildern oder Ausrisse aus Zeitschriften
  • Holzgegenstand wie Schatulle, Tablett oder Teelichthalter
  • Foto Transfer Potch
  • Potch-Lack
  • Pinsel
  • Schere
  • Fön

 

Wie es geht:

Durch das Potchen können Sie nur solche Bilder auf Holz übertragen, die entweder mit einem Laserdrucker ausgedruckt wurden oder aus einer Zeitschrift stammen. Echte Fotos sind auf zu dickem Papier entwickelt und Bilder aus dem Tintenstrahldrucker bilden sich auf dem Holz nicht so gut ab. Auch Zeitungsbilder funktionieren nicht, weil sie auf Papier gedruckt sind, das sich für diese Technik nicht eignet.

 

Wenn Sie ein Motiv ausgesucht haben, können Sie es am Computer oder als Collage auf Papier gestalten.

Aber Vorsicht: Machen Sie nicht den gleichen Fehler, wie ich in meinem Beispiel. Ich habe nämlich vergessen, dass Schrift, wenn man sie auf Holz potcht, am Ende spiegelverkehrt erscheint. Wollen Sie also ein Motiv mit Schrift auftragen, muss diese bereits im Originalmotiv spiegelverkehrt angelegt sein. Kleiner Tipp für alle, die nicht daran denken: Schenken Sie mit dem gepotchten Gegenstand einfach einen Taschenspiegel mit. So kommt zur Freude am Geschenk der Spaß am Spiegelschrift-Lesen. Und Sie können – wie ich – behaupten, dass das von Anfang an der Plan war ;-).

Wenn Sie das Motiv ausgedruckt und auf die richtige Größe zurechtgeschnitten haben (Bild 1), bestreichen Sie das Holz, auf das Sie das Motiv übertragen wollen, mit der Potch-Transfer-Flüssigkeit. Nun legen Sie das Bild mit dem Motiv nach unten auf die Holzfläche und streichen eine weitere Schicht Transfer-Flüssigkeit darüber (Bild 2).

Das muss jetzt richtig durchtrocknen. Am einfachsten und gründlichsten geht das, wenn Sie Ihr Holzstück einfach über Nacht ruhen lassen. Wenn Sie aber zu den ganz Ungeduldigen gehören, können Sie auch mit einem Fön arbeiten. Auf höchste Stufe gestellt, fönen Sie Ihr Motiv zehn bis fünfzehn Minuten. Dann sollte alles richtig trocken sein.

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Bild 3

Nun halten Sie das Holz unter fließendes Wasser und rubbeln vorsichtig die oberste Schicht des Papiers ab (Bild 3). Das Motiv erscheint nun auf dem Holz. Arbeiten Sie hier gründlich und entfernen Sie wirklich alle weißen Papierfasern. Wenn Sie das nicht tun, wird Ihr Motiv sonst am Ende einen grauen Schleier bekommen.

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Bild 4

Lassen Sie das Holz trocknen, dann tragen Sie den Foto-Transfer-Lack auf (Bild 4). Den gibt es in matt und hochglänzend. Wofür Sie sich entscheiden, liegt nur an Ihren persönlichen Vorlieben. Bei Bedarf können Sie eine zweite Schicht Lack auftragen, nur lassen Sie jede Schicht vorher gut trocknen.

Malen lernen, Teil II: Farbe

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So viel vorweg: Pinsel und ich – das wird in diesem Leben keine Freundschaft mehr. Aber ein weitere wichtige Lektion, die ich auf der Wellness- und Kreativpressereise auf Langeoog gelernt habe, war: Man kann auch mit einem Lappen, einem Topfkratzer und Stahlwolle malen und sogar viel besser als mit ordinären Pinsel. Jedenfalls, wenn ich von mir ausgehe. Der Mallappen hat mich gerettet – vor allem in Verbindung mit Strukturpaste. Aber vorher kam der große Frust:

Skizze: Sparsam mit Kohle umgehen

Wir erinnern uns an „Malen lernen, Teil I“: Die Fotovorlage ist in Linien und Flächen zerlegt und diese als Skizze auf die Leinwand gebracht. Jetzt also Farbe. Als erstes sollten die Flächen der Skizze grundiert werden. Es geht hier noch nicht darum, im eigentlichen Sinne zu malen, sondern ist eher die Vorbereitung der Leinwand, auf der kein weißer Fleck mehr zu sehen sein soll, wenn man mit dem Malen der Motive beginnt.

2017-05-02 15.29.21Nachdem meine Skizze also auf der Leinwand war – mit viel, viel zu viel Kohleeinsatz, was ich aber erst später bemerkte – fingen wir an Farben zu mischen. Dafür stehen im Malatelier auf Langeoog Papp- und alte Porzellanteller zur Verfügung. Die einen dienten als Paletten und nahmen rundherum je einen Klecks jeder Farbe auf. Auf dem anderen konnte gemischt werden, was das Zeug hielt – vor allem, weil wir mit Acrylfarbe arbeiteten, die man abwaschen kann (übrigens mit Wasser aus der Sprühflasche und Läppchen auch vom Bild, wenn man sich vermalt hat). In eine Künstlerpalette muss also schon mal keiner investieren, wenn er mit dem Malen anfangen will.

Den Himmel grundierte ich also in einem hellen, das Meer in einem dunklen Blau, die Sandbank dazwischen und die Dünen im Vordergrund in einem hellen Beige. Jedenfalls war das der Plan. Der allerdings ordentlich schief lief, weil die dicke Kohleschicht meiner Skizze durch die Farbe drückte und meine sorgfältig gemischten Sandtöne in ein schmutziges Grau-Braun verwandelte. Dagegen helfen übrigens drei Kniffe:

  1. Weniger Kohle beim Skizzieren benutzen!
  2. Vorm Grundieren überschüssige Kohle mit einem Lappen abwischen!
  3. Die Acrylfarbe mit wenig Wasser anmischen und auftragen! So deckt sie besser.

Das weiß ich jetzt. Beim Malen habe ich es – wie so oft – erst durch Trial and Error gemerkt und war super gefrustet. Vor allem auch, weil die anderen scheinbar mühelos durch diese ersten Schritte kamen und schon echte Bilder erkennen ließen, als ich immer noch mit der Grundierung kämpfte.

Richtig malen mit Acrylfarbe – Expertentipps

Und weil wir ja nicht alle dieselben Fehler machen müssen, für Sie meine gesammelten Erkenntnisse und die Tipps von Marlies Eggers zum Umgang mit Acrylfarbe im Schnelldurchlauf:

  1. Mischen: Zum Aufhellen und Abdunkeln kommen Weiß und Schwarz in die Hauptfarbe – aber nur in den Rand des Farbkleckes. So kann man feiner hin- und hermischen und experimentieren, um wirklich den richtigen Ton zu treffen und vermurkst nicht immer gleich die komplette Farbe auf der Palette.DSCN8359
  2. Acrylfarbe kann man, solange sie feucht ist, prima auch auf der Leinwand noch miteinander mischen. Dafür setzt man die zweite Farbe in Punkten, Strichen, kleinen Klecksen auf die erste und fährt dann mit einem weichen Mal-Läppchen darüber. Je kräftiger man reibt, desto homogener vermischen sich die Farben. Reibt man weniger intensiv, entstehen schöne Effekte mit Farbverläufen und verschiedenen Überlappungen, die wir zum Beispiel genutzt haben, um ein bewegtes Meer zu imitieren.
  3. Sparsam mit Wasser umgehen. Wasser zur Farbe zu geben, ist zwar auch eine Methode, den Farbton aufzuhellen, Sie verlieren damit aber massiv an Deckkraft.
  4. Wer sich „vermalt“ hat, sprüht einfach Wasser auf die Fehlstelle und reibt mit einem sauberen Lappen so lange darüber, bis die falsche Farbe weg ist. Ist die Farbe noch feucht, geht das oft sogar ohne Wasser.

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All diese Hinweise und Hilfestellungen brachten mich allerdings (noch) nicht weiter. Am Ende des ersten Tages hatte ich ein Bild mit Flecken, Klumpen und Schlieren in verschieden kackbraun-grauen Tönen vor einem blauen Band mit einer braunen Zunge (Meer und Sandbank, aber nur für Betrachter, die das vorher wussten). Einzig der Himmel war als solcher zu erkennen und richtig schön geworden. Der Rest sah eher nach Atommüll aus als nach idyllischem Sandstrand.

Zum Glück mussten wir an diesem Punkt unterbrechen, als ich gerade begann, mich so richtig schön in meine schlechte Laune hineinzusteigern. Am Abend stand eine Klangschalen-Meditation an (Grandios! Danach waren nicht nur die Anstrengung und Anspannung weg, sondern auch meine miese Laune), also blieb das „Bild“ erstmal liegen. Übrigens ein weiterer Tipp von Marlies Eggers, der sich als goldrichtig erweisen sollte: „Wenn man festgefahren ist, dann findet man keine Lösung, indem man weiter an dem Problem rumbeißt. Dann hilft nur, alles zur Seite zu legen, etwas anderes zu machen, darüber zu schlafen. Man muss loslassen können, um zum Ziel zu kommen.“

Nun ist loslassen nicht gerade meine große Stärke, aber mit einem Schubs hier und ein bisschen Motivation da hat das auch bei mir geklappt. Am nächsten Tag.

Malkurse bei Marlies Eggers kann man auf Langeoog übrigens auch als ganz normaler Gast mehrmals pro Woche buchen. Sie dauern drei Stunden und bisher hat jeder in dieser Zeit ein fertiges Bild mit nach Hause genommen.

Und wer noch nicht weiß, wo er übernachten soll, wenn er wie ich malen lernen will, findet bei Monika von den Entdecker-(G)reisen vielleicht eine Inspiration. Sie hat auch mitgemalt, sich hier aber erstmal ausführlich mit unserem Hotel beschäftigt und liefert für alle ganz Neugierigen auch noch mal einen Überblick über die ganze Presse- und Bloggerreise. Und wer mehr über Langeoog wissen will, kann ja mal bei Milos von der Trendlupe vorbei schauen.

Malen lernen, Teil I: Die Vorarbeiten

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Marlies Eggers organisierte und betreute die Blogger- und Pressereise zu Kreativ- und Wellnessthemen auf Langeoog und unterstützte damit auch die Entstehung dieses Posts.

„Jeder kann malen!“, sagt Marlies Eggers vom Tourismusservice Langeoog, und wird dabei sehr energisch, als wir in der Bar des Bio-Hotel „Strandeck“ auf der Nordseeinsel zusammensitzen. Tag zwei der Wellness- und Kreativpressereise. Sechs Teilnehmer, zum größten Teil Blogger, aber auch Journalisten. Wir waren mit Pilates in den Tag gestartet und für mich war das der einfache Teil. Jedenfalls im Vergleich zu dem, was jetzt folgt: malen.

Meine wenig motivierenden Erfahrungen im Hinterkopf war ich eine von denen, die als Erstes „Ich kann nicht malen!“ rief, als die Runde sich zur Theorie zusammenfand. Nun also will Marlies Eggers mir das Gegenteil beweisen. Und auch, wenn der Weg hart und steinig wird, sei so viel verraten: Sie hat recht. Ich kann wirklich malen – jedenfalls so ein bisschen. Aber dazu später.

Wer malen will, muss lesen lernen

Meine wichtigste Lektion auf diesem Weg: Wer malen will, muss lesen lernen.

Bilder lesen.

Dazu erklärt Marlies Eggers kurz die theoretischen Grundlagen für ein spannendes Bild (und dabei ist egal, ob es sich um ein Foto oder ein Gemälde handelt):

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  • Ein gutes Bild hat einen Vorder-, einen Mittel- und einen Hintergrund. Objekte im Vordergrund sind detailliert zu sehen. Je weiter weg etwas ist, desto verschwommener, ungenauer kann es dargestellt werden.
  • Die Perspektive kann für Spannung im Bild entscheidend sein. Gehen Sie in die Hocke und stellen Sie sich auf Zehenspitzen, um zu entscheiden, welche Perspektive Ihnen besser gefällt, worauf Sie mehr Wert legen und welches Gefühl Sie erzeugen wollen. Von unten betrachtet, sind Details im Vordergrund meist sehr dominant. Von oben betrachtet, bekommt ein Bild mehr Weite.

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  • Der Goldene Schnitt ist eine Regel zur Bildkomposition, die – sehr stark vereinfacht – erklärt, dass ein Bild mehr Dynamik bekommt, wenn die Hauptmotive nicht mittig platziert werden.

Motivsuche und Bildkomposition

Ausgerüstet mit diesem Wissen, Smartphone, Kamera und einer Mütze (Windstärke sieben, auf Fahrrädern, ganz oben auf dem Deich. Muss ich erwähnen, dass ich peinlicherweise irgendwann doch absteigen und schieben musste?) zogen wir also los, um unser Motiv für das Gemälde zu suchen, das auf dieser Pressereise noch entstehen sollte (und ich war noch lange nicht überzeugt, dass das klappen würde).

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Am der/die/das Flinthörn – irgendwann muss ich noch googeln, woher der Name kommt – boten sich davon unendlich viele. Hier ist die Natur schon wie gemalt. Hohe, fast weiße Sanddünen, dahinter die stahlgraue Nordsee, die in diesem Moment das Watt nur noch hauchdünn überspülte.

Die Dünen zu erklettern ist nur auf den ausgewiesenen Wegen erlaubt – kraxelt man direkt in die Dünen, reagieren die Insulaner zu Recht ziemlich empfindlich. Nicht nur, dass die Dünen existenzieller Schutz gegen Hochwasser und Springfluten sind, die sonst die ganze Insel bedrohen könnten, sie sind auch ein einzigartiger Lebensraum und den schützen die Insulaner mit Leidenschaft.

Das ist mir übrigens auf allen ostfriesischen Inseln aufgefallen. Nachhaltig und im Einklang mit der Natur zu leben, sind hier keine hohlen Floskeln, sondern Alltag. Mich hat das beeindruckt, aber vielleicht ist es auch ein Automatismus, wenn die eigene Existenz so sehr abhängt von den Launen der Natur wie auf den Inseln, die Ebbe und Flut beuteln.

Am Ende fiel die Auswahl unter zahlreichen Motiven jedenfalls schwer und ich entschied schließlich nach drei Kriterien:

  1. Hat das Motiv genug Spannung, ist es NICHT langweilig?
  2. Hat es möglichst wenig Details (Ich befürchtete, das beim Malen nicht nur nicht hinzubekommen, sondern auch schlicht die Zeit dafür nicht zu haben)?
  3. Ist es für einen Laien am Pinsel umsetzbar (Die Frage musste Marlies beantworten und sie hatte deutlich mehr Vertrauen in mich als ich selbst)?

Im Malatelier, das auf Langeoog in der die „Spöölstuv“, einer Art Indoor-Spielplatz und Ferientreff für Kinder, untergebracht ist, lernten wir dann noch mal ganz neu lesen. Bilder lesen. Hochspannend! Ob ich das Malen weiterverfolge, weiß ich noch nicht, aber diesen Teil will ich auf jeden Fall weiterverfolgen, weil es einem einen ganz neuen Blick auf die eigene Umgebung öffnet.

„Ihr unterteilt das Bild in Linien und Formen, in Hell und Dunkel“, erklärt Marlies dazu. Tatsächlich hilft es, dazu das Foto mit etwas Abstand und leicht zusammengekniffenen Augen zu betrachten. Und dann werden diese grafischen Elemente, auf die man reduziert, mit Bleistift und Zeichenkohle als Skizze angelegt (entweder erstmal auf Papier oder gleich auf der Leinwand) und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Horizontlinie. Sie ist der Ankerpunkt im Bild, an dem wir alle anderen Elemente ausrichten. Am Foto wird Pi mal Daumen „ausgemessen“, wo im Motiv sie verlaufen muss – in der Bildmitte, im oberen oder unteren Drittel?
  2. Als nächstes folgte in unserem Fall die fast parallel laufende Meereslinie.
  3. Zum Schluss die Kreise, Drei-, Vier- und Vielecke, in die wir das Bild zerlegt hatten. Es geht bei der Skizze nicht um Details, sondern wirklich nur darum, die Fläche, die zum Malen zur Verfügung steht, grob einzuteilen, um später eine Orientierung zu haben. Für die richtigen Proportion nehmen Sie die Horizontlinie zur Hilfe und schauen Sie, wo das zu skizzierende Objekte im Verhältnis zur Horizontlinie beginnt und endet, wie breit, lang oder schmal es im Vergleich ist und so weiter.
  4. Nun schraffieren Sie Flächen, die dunkel werden sollen, mit der Kohle. Aber VORSICHT: eine ganz sanfte Schraffur reicht völlig aus. Ich habe im künstlerischen Überschwang ein ganzes Kohlestück aufgebraucht, um meine dunklen Flächen zu markieren. Das einzige Ergebnis: Die helle Grundierung aus Acrylfarbe, die ich später aufgebracht habe, konnte die Kohle nicht richtig abdecken und statt weißem Sand hatte ich schmutzig-grauen Atommüll auf meinem „Bild“.

Sind diese Vorarbeiten abgeschlossen, geht es ans Eingemachte, an die Arbeit mit Farben. Davon gibt es mehr in „Malen lernen, Teil II“. Spoiler: Wer wenig Frustrationstoleranz hat, sollte diesen Teil auslassen. Oder zumindest gleich einen Profi an seiner Seite haben, der Bild wie Laune retten kann. So wie in meinem Fall.

Malkurse bei Marlies Eggers kann man auf Langeoog übrigens auch als ganz normaler Gast mehrmals pro Woche buchen. Sie dauern drei Stunden und bisher hat jeder in dieser Zeit ein fertiges Bild mit nach Hause genommen.

Und wer noch nicht weiß, wo er übernachten soll, wenn er wie ich malen lernen will, findet bei Monika von den Entdecker-(G)reisen vielleicht eine Inspiration. Sie hat auch mitgemalt, sich hier aber erstmal ausführlich mit unserem Hotel beschäftigt und liefert für alle ganz Neugierigen auch noch mal einen Überblick über die ganze Presse- und Bloggerreise. Und wer mehr über Langeoog wissen will, kann ja mal bei Milos von der Trendlupe vorbei schauen.

Wie es nicht (richtig) geht: Marmorieren mit Nagellack

Mal wieder was aus der Kategorie: Wie es nicht geht. In den vergangenen Wochen bin ich online immer wieder über eine Technik gestolpert, bei der mit Nagellack Porzellan verziert wird, indem der Nagellack in heißes Wasser getröpfelt wird. Theoretisch. In der Praxis ist zwar am Ende auch bei mir eine Tasse mit Verzierung entstanden, aber elegant und fein ist anders.

Was ihr braucht:

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  • Nagellack
  • Weißes Porzellan (Vasen, Kerzenhalter, Geschirr)
  • Hitzefestes Gefäß
  • Heißes Wasser
  • Holzspieß
  • Lackspray

 

Wie es geht:

Ihr füllt zunächst eine hitzebeständige Schale mit heißem Wasser. Anschließend gebt ihr vorsichtig den Nagellack auf das Wasser. Aber Achtung: Wer zu ungeduldig ist, kann gleich von vorn anfangen, denn wird der Nagellack zu schnell oder mit zu heftigen Bewegungen ins Wasser geschüttet, sinkt er ab und bildet bunte Klumpen auf dem Grund der Schale. (Dürft ihr glauben, ich hab das aus allererster Hand :-() Für dieses Projekt ist er damit unbrauchbar. Also mit Gefühl Nagellack auf die Wasseroberfläche geben, so dass er darauf einen Film bildet. Ihr könnt das mit einer Farbe machen, aber auch mit mehreren. Nur schnell müsst ihr sein, damit das Wasser nicht zu stark abkühlt, bevor ihr so weit seid. Denn auch das verursacht Nagellackklumpen statt feiner Marmorierungen.

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Zieht nun die einzelnen Nagellackschlieren mit einem dünnen Holzspieß vorsichtig auseinander oder verwirbelt sie. Anschließend taucht ihr die Oberfläche des Porzellans in den Nagellack.

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Vorsicht bei Geschirr: Bringt den Nagellack nicht an die obere Kante oder das Innere einer Tasse, wenn daraus noch getrunken werden soll und auch Teller, die mit dieser Technik verschönert wurden, dienen eher der Dekoration. Alternativ könnt ihr Nagellackmuster mit Lackspray versiegeln. Achtet dann aber darauf, dass es lebensmittelecht ist.

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Nun lasst das Porzellan mit dem Nagellack ein paar Minuten trocknen. Fertig. Kleiner Tipp: Bei dieser Bastelei solltet ihr am besten bei offenem Fenster arbeiten, denn wenn der Nagellack auf das heiße Wasser trifft, entwickeln sich unangenehme Dämpfe.

Alternative: Diese Technik funktioniert übrigens auch auf Glas. Ihr könnt so also auch Glasvasen und ähnliches verzieren.