Tag-Archiv | Origami

Fleurogami-Blüten aus rundem Papier

Origami kennt jeder: die japanische Faltkunst, bei der aus Papier filigrane Kunstwerke entsteht. Passend zum Frühling habe ich heute mal „Fleurogami“ ausprobiert und bastle bunte Blüten.

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Was Sie brauchen:

  • 12 Blätter rundes Papier pro Blüte
  • Klebstoff
  • 1 Knopf oder eine Perle pro Blüte
  • Band oder einen Holzstab

 

Wie es geht:

Fleurogami ist eine Unterform der Origami-Kunst, bei der aus Papier verschiedenste Blüten gefaltet werden. Ich habe heute eine relative einfache Version ausgesucht – perfekt für den Einstieg in diese Bastelform.

Falten Sie zunächst ein rundes Blatt Papier in der Mitte zu einem Halbkreis (Bild 1). Öffnen Sie es wieder und falten Sie es anschließend auf der anderen Seite mittig zusammen (Bild 2), so dass nach dem Öffnen der Falz beider Faltvorgänge ein Kreuz ergeben würden.

Sie lassen das Papier für den nächsten Schritt aber zunächst mittig gefaltet und biegen nun die untere Spitze so nach oben, dass die gerade Kante genau am sichtbaren Falz in der Mitte des Papiers anliegt (Bild 3). Erst jetzt öffnen Sie das Papier wieder und müssten, wenn Sie alles richtig gemacht haben, ein Falzmuster wie auf meinem Bild sehen (Bild 4).

Nun falten Sie die beiden inneren „Spitzen“ Ihrer Blüte. Fächern Sie dazu den unteren Teil des Papiers einfach entlang der entstandenen Falzlinien wie ein Zickzack auf (Bild 5). Es ist übrigens richtig, dass Sie dafür gelegentlich aus „Bergfalten“, also solchen Kanten, die nach oben zeigen, „Talfalten“ machen müssen, die am Ende nach unten zeigen. Letztlich müsste Sie ein Blütenblatt wie in unserem Foto in der Hand halten (Bild 6).

Jetzt kleben Sie die inneren Zacken zusammen, aber Vorsicht: Tragen Sie den Klebstoff ausschließlich an der unteren Längskante des Blattes auf. Würden Sie es auf ganzer Fläche zusammenkleben, könnte sich das Blüteninnere später nicht entfalten. Tragen Sie den Klebstoff in der Mitte zwischen den beiden „Spitzen“ auf (Bild 7) und an den beiden direkt daneben liegenden äußeren Falzbrüchen und kleben Sie das Blütenblatt so auch am unteren Ende zu einer Spitze zusammen. Auf diese Weise fertigen Sie 12 einzelne Blütenblätter an (Bild 8).

Kleben Sie nun die einzelnen Blütenblätter an der unteren Längskante der Außenseite zusammen (Bild 9) und schließen Sie die Blütenkugel schließlich, indem Sie auch das erste mit dem letzten Blütenblatt verkleben. Dekorieren das Zentrum der Blüte mit einem großen Knopf oder einer Perle (Bild 10).

Fertig b

Wer mag, kann jetzt auch vorsichtig einen Holzstab von unten in das Zentrum der Blüte stecken, um Sie so etwa in einer Vase als Dekoration zu verwenden. Alternativ können Sie vorsichtig ein Loch in die obere Spitze eines Blütenblattes stechen und dort einen Faden durchziehen, um sie aufzuhängen. Fädeln Sie in diesem Fall aber am besten das Band durch beide Wände des Blütenblattes und verwenden Sie ein etwas breiteres Band, damit das Papier nicht so leicht einreißt.

Schnelle Frühlingsedeko: Origami-Schmetterlinge

Meine Lieben,

es ist ewig her, dass ich mit Papier gebastelt habe. Ich finde Origami ganz toll, mag aber keine Video-Tutorials, weil ich mich da der vorgegebenen Arbeitsgeschwindigkeit anpassen muss, die mir meistens zu langsam ist. Deshalb arbeite ich fast ausschließlich mit schriftlichen Anleitungen, aber habt ihr das schon mal bei einer etwas komplizierteren Origami-Faltung versucht? Das ist nahezu unmöglich! Deshalb lande ich eben immer wieder bei ganz einfachen Werken. Wie diesen zauberhaften Schmetterlingen.

Auf meinem Wohnzimmertisch steht ein einfaches, sehr schmales Holztablett (NanuNana – ich liebe dich!), darauf immer noch die roten Kerzen vom Adventskranz (Schafft ihr das jemals, die in den vier kurzen Adventswochen völlig runterbrennen zu lassen?). Dieses Tablett dekoriere ich nun alle paar Wochen um. Zu Weihnachten bekommt es aus Watte ein Schneebett, darauf glitzernde Streudeko, Tannenzapfen und kleine Weihnachtsbaumkugeln. Im Frühjahr hatte ich künstliche, weiße Rosenblütenblätter und kleine, funkelnde Glasschliffsteine drauf. Und jetzt naht der Sommer. Ich wollte also eine fröhliche, bunte Deko, die nach Natur, Entspannung und Freude aussieht – und ich bin fasziniert von Schmetterlingen.

Günstigerweise hat mich Pinterest just in diesem Moment auf Origami-Schmetterlinge gestupst, die super leicht nachzufalten sind. Was ihr braucht: quadratisches Papier, entweder in verschiedenen Farben oder ihr bemalt es vorher oder verziert es nach dem Falten mit Perlen, Steinen, Federn und was weiß ich. Für einen Schmetterling braucht ihr mit ein bisschen Übung keine fünf Minuten. Kein Wunder also, dass meinen Wohnzimmertisch inzwischen eine ganze Armada ziert.

Zur Anleitung:

  1. Das Papier in der Mitte zum Buch falten. Das in beide Richtungen, also einmal horizontal und einmal vertikal falten. Nach jedem Falten das Papier wieder zum Quadrat öffnen:

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  1. Anschließend das Papier zum Dreieck falten – und auch das in beide Richtungen, dazwischen immer zum Quadrat öffnen.

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Am Ende müsstet ihr ein Quadrat liegen haben, dass so aussieht:

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  1. Nun das Papier entlang des mittleren Falzes wieder zum Buch schließen und die beiden Seiten entlang der schrägen Falzkanten sachte so einschieben (auf beiden Seiten):

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  1. Jetzt müsstet ihr ein Dreieck vor euch liegen haben, dass ein bisschen wie die Springfrösche aussieht, die wir früher als Kinder hatten und die in eine Schüssel geschnippt werden mussten):

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  1. Die beiden oben liegenden Schenkel des Dreiecks faltet ihr jetzt nach oben zur Spitze. Das sieht dann so aus:

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Jetzt dreht ihr das Dreieck um, bis es auf den hochgeklappten Flügeln liegt:

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  1. Klappt die Spitze so weit nach oben, dass sie deutlich über den Rand hinausragt. Dabei darf und soll sich das Papier ruhig wölben, das sorgt später für eine schöne Flügelwölbung beim fertigen Schmetterling. Nur Vorsicht, damit die Ecken nicht einreißen:

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  1. Anschließend dreht ihr den Schmetterling wieder um und presst ihn an seiner Längsachse fest zusammen, damit er eine schöne, dreidimensionale Form bekoomt:

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Fertig ist euer erster Schmetterling:

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In verschiedenen Farben und Größen gebastelt, ist das eine echte Gute-Laune-Deko. Wer die Schmetterlinge auf zarte Fäden knotet, bekommt damit übrigens auch schöne Anhänger für Wurzeln oder Gräsersträuße, die ihr ja vielleicht zu Hause habt. Viel Spaß beim Nachbasteln!

Es ist nie zu früh für Weihnachtsdeko

Wenn es um das Basteln mit Papier geht, freue ich mich über jede Anleitung, die ohne Klebstoff auskommt. Muss ich den benutzen, klebt der am Ende nämlich immer auch auf meinen Händen, meinen Klamotten, dem Tisch, dem Boden, der Wand und der Seite des Bastelwerks, auf der er nichts zu suchen hat. Origami ist also mein persönliches Papierbasteleldorado, denn die Benutzung von Klebstoff ist hierbei nicht nur unnötig, sondern eigentlich sogar verboten. Das Dumme ist nur, dass Origami bisweilen so kompliziert ist, dass ich bebilderten Anleitungen selten bis zum korrekten Ergebnis folgen kann. Videoanleitungen finde ich aber meist zu langatmig. Deshalb freue ich mich sehr, wenn hin und wieder ein Origami-Projekt meinen Weg kreuzt wie dieser Stern hier.

      

Gefunden habe ich ihn auf meinem Lieblingsinspirationskanal, auf Pinterest. Die Anleitung findet ihr auf diesem wirklich schön gemachten Blog. Beim Versuch, ihn nachzubauen, habe ich mittelgroße Origamiblätter benutzt, die noch vom letzten Baschetta-Stern übrig waren.

  

So ist er im Durchmesser etwa 20 Zentimeter groß. Für den Weihnachtsbaum ist das ein bisschen sehr groß, aber als Fensterschmuck ist er prima geeignet. Alternativ würde ich ihn als Bilderrahmen verwenden. Einfach ein hübsches Familienfoto rund zuschneiden und von hinten so an den Stern kleben, dass das Bild in dem Loch in der Mitte gut zu sehen ist. Mit einem kleinen Pin und/oder einem hübschen Band kann man sich so eine Bildergalerie mit den „Sternstunden“ des Lebens bauen.

Als nächstes werde ich den Stern noch mal basteln –  mit den Mini-Origami-Blätter. Die haben nur fünf zentimeter Kantenlänge. Das wird eine ziemliche Fummelei, aber wenn es funktioniert, dürften diese Sterne die perfekte Größe haben, um am Ende tatsächlich unseren Weihnachtsbaum zu zieren. Mein Traum ist ja ein Baum, der nur mit selbst gestalten Sternen ganz unterschiedlicher Art geschmückt ist. Allerdings weiß ich schon jetzt, dass mir die Geduld fehlen wird, um das wirklich umzusetzen. Verwendet ihr eigentlich selbstgemachten Schmuck am Baum? 

Bascetta-Sterne – besser als Valium

Auf meinem Schreibtisch steht seit 100 Jahren so ein Zettelblock, und obwohl ich regelmäßig Telefonnachrichten für meine Kollegen darauf notiere, wird der einfach nicht kleiner. Doch vergangenes Weihnachten habe ich einen perfekten Verwendungszweck für die kleinen, quadratischen Zettel gefunden: Daraus kann man bestens Bascetta-Sterne basteln.

Auf die Idee bin ich gekommen, weil ich ein bisschen Adventsstimmung ins Büro bringen wollte, für einen Weihnachtsbaum aber kein Platz war. Ich habe nach einer guten Anleitung gegoogelt – und dann zum ersten Mal überhaupt nach einem Videotutorial gearbeitet. Das gibt es übrigens hier, und damit kann jeder Bascetta-Sterne basteln. Dazu braucht es 30 quadratische Zettel. Die gibt es fertig abgezählt, uni, gemustert, zweifarbig, transparent, als Folie oder Papaier. Diese Packungen sind zauberhaft, weil meist schon in weihnachtlichem Dekor, aber sie haben zwei große Nachteile: 1. Sind sie vergleichsweise teuer, und 2. sind sie so dünn, dass sie leicht reißen und man beim Ineinanderstecken der Einzelteile schier eine Macke bekommt.

Deshalb liebe ich meinen Zettelblock. Das weiße Papier ist deutlich fester und hat eine perfekte Größe. Außerdem gibt so ein Block eine Menge Sterne, und mit ein bisschen Sprühfarbe kann ich ihnen jede Farbe geben, die es auch in den fertigen Packungen gibt. Ich bastle jetzt das ganze Jahr über Sterne, denn: 30 einzelne Blääter erst zu falten und dann ineinander zu stecken, hat etwas Meditatives. Die Hände sind beschäftigt, und das gibt dem Kopf die Möglichkeit abzuschalten – und so endlich die Lösung für offene Fragen und Probleme zu finden, die ihm nie einallen, wenn man ihn dazu zwingen will. Inzwischen haben wir im Büro auf den Schränken, an der Decke, im Fenster Sterne – und zwar das ganze Jahr. Und zu Hause baumeln immer noch drei Sterne von der Lampe – Überreste meiner Weihnachtdeko, die wir beim Abschmücken irgendwie übersehen haben.